Wenig überraschend: Katzen scheinen den Geruch ihres Besitzers zu erkennen2. Juni 2025 Saß hier etwa Frauchens Neuer? Bengale bei der olfaktorischen Prüfung der Couch. Foto: © Lightspruch – stock.adobe.com Riechen stellt eine der wichtigsten Sinnesleistungen für Katzen dar, seine Rolle bei der Erkennung von Menschen ist jedoch unklar. Eine Studie zeigt nun, dass Katzen anders auf den Geruch ihres Halters reagieren als auf den eines unbekannten Menschen. Katzen prüfen den Geruch fremder Menschen olfaktorisch eingehender, das heißt länger, als den ihres Besitzers. Dies deutet darauf hin, dass sie vertraute Menschen allein am Geruch erkennen können, wie eine Studie von Yutaro Miyairi und Kollegen der Tokyo University of Agriculture (Japan) zeigt, die im Open-Access-Journal „PLOS One“ veröffentlicht wurde. Katzen nutzen ihren Geruchssinn, um andere Katzen zu identifizieren und miteinander zu kommunizieren. Ob sie ihren Geruchssinn aber auch nutzen können, um zwischen verschiedenen Menschen zu unterscheiden, wurde bisher nicht untersucht. Die Forschenden untersuchten, ob Katzen allein am Geruch zwischen vertrauten und unbekannten Menschen unterscheiden können. Sie testeten dreißig Hauskatzen, indem sie ihnen Plastikröhrchen präsentierten mit Tupfern drin, die die Wissenschaftler unter den Achseln, hinter den Ohren und zwischen den Zehen ihres Besitzers oder eines ihnen unbekannten Menschen gerieben hatten. Fremde Gerüche riechen Katzen erstmal eher mit dem rechten Nasenloch Die Katzen schnüffelten deutlich länger an unbekannten Gerüchen als an denen ihres Besitzers oder eines leeren Röhrchens. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Katzen unbekannte Gerüche zunächst eher mit dem rechten Nasenloch wahrnahmen, später aber auf das linke Nasenloch wechselten, als sie sich mit dem Geruch vertrauter machten. Persönlichkeit von Katern hat Einfluss auf das Schnüffelverhalten Die teilnehmenden Katzenbesitzer wurden außerdem gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen, um die Persönlichkeit der Katze und ihre Beziehung zu ihrem Besitzer zu erfassen. Kater mit neurotischen Persönlichkeiten neigten dazu, jedes Röhrchen wiederholt zu beschnuppern, während Kater mit einem umgänglicheren Charakter ruhiger schnüffelten. Es gab jedoch keinen Einfluss der Persönlichkeit auf das Verhalten weiblicher Katzen während des Experiments. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Katzen anhand ihres Geruchs zwischen vertrauten und unbekannten Menschen unterscheiden können. Es bleibt jedoch unklar, ob sie bestimmte Menschen allein anhand des Geruchs identifizieren können. Die Feststellung, dass Katzen neue Gerüche bevorzugt mit dem rechten Nasenloch untersuchten, deutet darauf hin, dass sie möglicherweise unterschiedliche Gehirnhälften für unterschiedliche Aufgaben bevorzugen – ein Phänomen, das bereits bei anderen Tieren wie Hunden, Fischen und Vögeln nachgewiesen wurde. Die Katze das unbekannte Wesen? Die Autoren fügen hinzu: „Wir vermuten, dass Katzen ihren Geruchssinn zur Erkennung von Menschen nutzen. Außerdem beobachten wir ein charakteristisches Reibeverhalten (Markieren) nach dem Schnüffeln. Dies deutet darauf hin, dass Schnüffeln ein Erkundungsverhalten sein könnte, das dem Markieren von Gerüchen bei Katzen vorausgeht. Dieser Zusammenhang bedarf weiterer Untersuchungen, ebenso wie die Theorie, ob Katzen eine bestimmte Person anhand von Gerüchen erkennen können.“
Mehr erfahren zu: "Eignungstests an Österreichs Vetmeduni starten übermorgen" Eignungstests an Österreichs Vetmeduni starten übermorgen Am 22. Juli starten die Eignungstests für das Diplomstudium Veterinärmedizin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Auch in diesem Jahr haben sich wieder achtmal so viele junge Menschen für einen Studienplatz […]
Mehr erfahren zu: "Feline idiopathische Zystitis (FIC): Low-Dose-Radiotherapie als neue Behandlungsoption" Feline idiopathische Zystitis (FIC): Low-Dose-Radiotherapie als neue Behandlungsoption Dr. Svenja Teichmann-Knorrn und Dr. Imke Schöpper von der Tierklinik Hofheim, einer der fortschrittlichsten Tierkliniken Deutschlands, berichten über die Low-Dose-Radiotherapie bei Katern, die an feliner idiopathischer Zystitis (FIC) leiden.
Mehr erfahren zu: "Grüne fordern Verbot für Tiger und andere Raubtiere in Privathand" Grüne fordern Verbot für Tiger und andere Raubtiere in Privathand Nach dem tödlichen Tigerangriff in Dölzig fordern die Grünen Konsequenzen: Wie riskant ist die Haltung wilder Raubtiere, und was muss sich in Sachsen ändern?