Weniger unerwünschte zerebrovaskuläre Folgen bei Gabe von Rezeptor-Agonisten17. November 2023 © hedgehog94 – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Effekte von Glucagon-like-Peptide-1Rezeptor-Agonisten (GLP-1RA) auf ischämische/hämorrhagische Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken (TIA) bei T2D sind unklar. Eine Metaanalyse bringt nun etwas mehr Klarheit. Zur Untersuchung der Wirkung von GLP-1RA bezüglich unerwünschter zerebrovaskulärer Outcomes suchten die Studienautoren nach randomisierten kontrollierten Studien (RCT) mit einer Dauer von ≥24 Wochen bei Erwachsenen mit T2D. Anschließend berechneten sie die zerebrovaskulären Outcomes in den GLP-1RA-Behandlungs- und Kontrollarmen. Die Wissenschaftler identifizierten 28 RCT mit 74.148 Patienten (57% männlich; Alter 58 Jahre, BMI 32 kg/m2, T2D-Dauer 9 Jahre, Behandlungsdauer 52 Wochen). Die Anwendung von GLP-1RA bei T2D korrelierte mit einem deutlich verringerten Risiko für unerwünschte zerebrovaskuläre Outcomes vs. Placebo/aktivem Vergleichsmedikament (Risikoverhältnis [RR] 0,83; 95%-KI 0,76–0,91; I2=0%). Bei der Zusammenfassung der Daten aus kardiovaskulären Studien (n=8) korrelierte die Behandlung mit GLP-1RA vs. Placebo mit einem geringeren Risiko für einen nichttödlichen Schlaganfall (RR 0,85; 95%-KI 0,76–0,94; I2=0%), nicht jedoch für einen tödlichen Schlaganfall (RR 0,80; 95%-KI 0,61–1,05; I2=0%). Die Einnahme von GLP-1RA war mit einem verringerten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (12 RCT: RR 0,73; 95%-KI 0,60–0,89; I2=0%), einem kombinierten ischämischen Schlaganfall/TIA (16 RCT: RR 0,76; 95%-KI 0,65–0,90; I2=0%), aber nicht für einen hämorrhagischen Schlaganfall (3 RCT: RR 0,92; 95%-KI 0,51–1,64; I2=0%) assoziiert. Der Therapienutzen unterschied sich gemäß des Ausgangswertes der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) und der Diabetesdauer (pInteraktion<0,1). Der Nutzen war signifikant für Dulaglutid und Semaglutid (p<0,05). Eine Sensitivitätsanalyse ohne das kürzer wirkende Lixisenatid eliminierte die Heterogenität zwischen den einzelnen GLP-1RA-Wirkungen. Fazit Insbesondere länger wirkende GLP-1RA reduzieren ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse bei T2D. Der Nutzen war bei Patienten mit kürzerer T2D-Dauer und höherer eGFR signifikant erhöht. (bi) Autoren: Banerjee M et al. Korrespondenz: Mainak Banerjee; [email protected] Studie: GLP-1 Receptor Agonists and Risk of Adverse Cerebrovascular Outcomes in Type 2 Diabetes: A Systematic Review and Metaanalysis Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2023;108(7):1806–1812. Web: https://doi.org/10.1210/clinem/dgad076
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