Wenn nach Endoskopie aufgrund von GERD eine Anti-Reflux-Chirurgie notwendig wird14. April 2020 Grafik: © Anatomy Insider/Adobe Stock Forscher berichten über ein zunehmendes Bewusstsein für Probleme mit gastroösophagealem Reflux bei Patienten, die sich einer endoskopischen, nicht chirurgischen Behandlung wegen Ösophagus-Achalasie unterziehen. Häufig werden hier später erneute Eingriffe nötig. Die perorale endoskopische Myotomie (POEM) habe sich zwar in den vergangenen zehn Jahren als Behandlung der Wahl dargestellt, doch könnten Patienten schweres Sodbrennen und Aufstoßen entwickeln, die nicht auf eine medizinische Behandlung ansprechen. Das schreiben die Autoren einer gerade im „Journal of Laparoendoscopic & Advanced Surgical Techniques“ (JLAST) publizierten Arbeit. Die Autoren Dr. Kamil Nurczyk, Dr. Timothy Farrell und Dr. Marco Patt von der Universität von North Carolina in Chapel Hill (USA) und der Medizinischen Universität von Lublin (Polen) äußern die Besorgnis, dass bei POEM eine Achalasie durch die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ersetzt wird. Sie beschreiben Patienten, bei denen nach der POEM ein Reflux auftrat, der auf die Behandlung mit hohen Dosen von Protonenpumpenhemmern nicht ansprach, und bei denen eine laparoskopische partielle Fundoplikatio erforderlich war, um ihre Symptome zu beseitigen. P. Marco Fisichella von der Feinberg School of Medicine an der Northwestern University (USA) und Schriftleiter des JLAST erklärt: „Dies ist der erste Bericht, der bestätigt, dass die Schwere des Reflux nach POEM nicht unterschätzt werden sollte. Jahrelang war es bei der Behandlung der Achalasie Standard, eine Myotomie durchzuführen, um die Dysphagie zu lindern – gekoppelt mit einer partiellen Fundoplikatio zur Vermeidung von Reflux. Bei der POEM gehen jedoch die Vorteile einer Fundoplikatio verloren, wodurch der Patient einem Reflux ausgesetzt wird, der in den meisten Fällen asymptomatisch ist. In der vorliegenden Arbeit aber wird dargelegt, dass der Reflux immer noch von Nachteil und resistent gegenüber einer medikamentösen Therapie ist. Das geht sogar so weit, dass eine weitere Operation erforderlich wird, um ihn zu korrigieren.” Fisichella fährt fort: „Die Auswirkungen dieser Studie sind relevant, da sie unterstreicht, wie einige Patienten, die sich einer POEM unterziehen, möglicherweise eine zweite Operation benötigen. Diese könnte vermieden werden, wenn man die POEM für diejenigen reserviert, die am meisten von diesem Verfahren profitieren könnten – beispielswiese diejenigen mit Typ-3-Achalasie. Bis heute ist es schwierig, vorherzusagen, wer nach POEM eine zweite Operation – eine Fundoplikatio – benötigt. Die Forschung sollte sich jedoch darauf konzentrieren, herauszufinden, welche Patienten immer noch von einer POEM profitieren könnten, wobei zu berücksichtigen ist, dass der resultierende Reflux eine nicht zu vernachlässigende Komplikation darstellt.“
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