Westen versus Osten: Krankheitslast durch Prostatakrebs im Vergleich18. Juni 2026 “When East meets West”: China und die USA haben sehr unterschiedliche Strategien im Umgang mit Prostatakrebs. Foto: Aleks Taurus – stock.adobe.com Die Belastung durch Prostatakrebs (PCa) hat sich in den USA und China in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich unterschiedlich entwickelt. Dies spiegelt die tiefgreifenden Auswirkungen der Screening-Strategien und der Alterung der Bevölkerung wider, wie eine Publikation in „The Prostate“ zeigt. In ihrer Studie erstellten Erstautor Junxiong Li und Kollegen einen systematischen Vergleich der Krankheitslast durch PCa zwischen den beiden Nationen von 1990–2021, basierend auf der Datenbank Global Burden of Disease (GBD) von 2021. Daraus extrahierten sie Daten zu den altersstandardisierten Raten der Inzidenz und der Prävalenz von PCa sowie zu den Raten der PCa-bedingten Mortalität und der aufgrund von Gesundheitseinschränkungen verlorenen Lebensjahre (ASIR, ASPR, ASMR bzw. ASDR). Sie verwendeten Joinpoint-Regressions- und EAPC-Analysen (EAPC: Estimated Annual Percent Change), um zeitliche Trends zu bewerten. Mithilfe der Dekompositionsmethode von Das Gupta quantifizierten sie die relativen Beiträge von Bevölkerungswachstum, Alterung und epidemiologischen Veränderungen zur PCa-Belastung. Vergleichende Analysen konzentrierten sich auf altersspezifische Unterschiede zwischen den USA und China. Von 1990 bis 2021 stieg die globale ASIR von 13,69 (12,96–14,19) auf 15,37 (14,13–16,25) pro 100.000 Einwohner. In den USA sank die ASMR von 10,85 auf 6,91 (EAPC -1,83), während die ASIR in China von 2,04 auf 4,22 anstieg (EAPC +2,20). In den USA sind 74,49 % der Neuerkrankungen und 214,72 % der Krebstodesfälle auf die alternde Bevölkerung zurückzuführen, in China hingegen 46,62 % der Neuerkrankungen und 79,02 % der Todesfälle. In den USA entfielen 32,44 % der Neuerkrankungen auf altersspezifische Inzidenzraten, während in China 31.610 Neuerkrankungen (42,23 %) auf altersspezifische Raten zurückzuführen waren. Bedeutung für die Screening-Programme Die unterschiedliche Größenordnung, Altersverteilung und Entwicklung der PCa-Belastung in den beiden Ländern unterstreichen nach Ansicht der Autoren die dringende Notwendigkeit länderspezifischer Strategien. „Länder mit hohem soziodemografischem Index (SDI) sollten ihre risikobasierten Screening-Protokolle und Behandlungsstrategien von PCa verfeinern“, raten Li und Kollegen. China und andere Länder mit niedrigem und mittlerem SDI sollten hingegen das frühzeitige, gezielte Screening für Hochrisikogruppen ausweiten und die Primärversorgung stärken, um die zunehmende PCa-Belastung zu verringern, raten die Autoren. (ri/ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird Prostatakrebs: Ultrahypofraktionierte Radiotherapie bewährt sich nach zehn Jahren
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