Westliche Ernährung: Treiber von Stoffwechselerkrankungen und CED2. Dezember 2024 © Vadym – stock.adobe.com (Symbolbild) Stoffwechselstörungen und Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) haben im Zuge der Verwestlichung des Lebensstils und der damit verbundenen Ernährungsgewohnheiten weltweit stark zugenommen. Beide Krankheitsbilder zeichnen sich aber durch ein komplexes und heterogenes klinisches Spektrum aus, das mit unterschiedlichen Symptomen und Organsystemen assoziiert ist, die zunächst auf den ersten Blick in der klinischen Praxis nicht viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Neuere experimentelle Studien deuten jedoch vermehrt auf ein gemeinsames Grundgerüst von Entzündungsmechanismen bei Stoffwechselerkrankungen und CED hin, und aktuelle klinische Erkenntnisse lassen zudem auf ein komplexes Zusammenspiel zwischen Stoffwechselstörungen, insbesondere der Adipositas, und CED schließen. Die Inzidenz und Prävalenz von Stoffwechselstörungen wie Adipositas, dem Metabolischen Syndrom (MS) und CED steigt stetig. Bereits im Jahr 1997 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Adipositas-Epidemie aus und ein Jahrzehnt später eine MS-Pandemie. Auch heute noch zählen Lebensmittelsicherheit und die Bekämpfung der Adipositas zu den wichtigsten Zielen der WHO. Der World Obesity Atlas 2023 berichtet, dass 38% der Weltbevölkerung von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind und laut Diabetes Atlas des Jahres 2021 leben 537 Mio. Menschen mit einem Diabetes. Es wird erwartet, dass in den nächsten Jahren in bestimmten Bevölkerungsgruppen, vor allem in den westlichen Ländern, 1 von 100 Personen von CED betroffen sein wird. Aber auch in Schwellenländern ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Darüber hinaus ist künftig häufiger mit einer Überschneidung von Stoffwechselerkrankungen und CED zu rechnen. Hauptgründe dafür sind insbesondere der westliche Lebensstil und die westliche Ernährung sowie die damit verbundenen Störungen des Darmmikrobioms. Diese Faktoren lösen verstärkt metabolische Entzündungen im und außerhalb des Darms aus. Fazit Stoffwechselstörungen und MS betreffen vermehrt CED-Patienten, was sich negativ auf beide Krankheitsbilder und das Risiko für Komplikationen auswirken dürfte. Dieses Konzept impliziert, dass die Bekämpfung der Adipositas-Pandemie positive Effekte − über die metabolische Gesundheit hinaus − hat. (je) Autoren: Adolph TE et al. Korrespondenz: Timon E. Adolph; [email protected] Studie: Heavy arch: from inflammatory bowel diseases to metabolic disorder Quelle: Gut 2024;73(8):1376–1387. Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2024-331914
Mehr erfahren zu: "Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel?" Weiterlesen nach Anmeldung Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel? Für Hochrisikopatienten wird die konsequente Senkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 120 mmHg empfohlen. Doch ist dieses Ziel realistisch umsetzbar?
Mehr erfahren zu: "Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko Eine kürzlich publizierte Kohortenstudie verdeutlicht, dass die Gene einen relevanten Beitrag zur Entwicklung eines Bluthochdrucks zwei bis sieben Jahre nach einer Schwangerschaft spielen – wenn auch einen deutlich geringeren als klinische […]
Mehr erfahren zu: "Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent" Weiterlesen nach Anmeldung Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent Der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung im Hinblick auf die Senkung des kardiovaskulären Risikos ist bei Patienten mit und ohne chronische Nierenkrankheit (CKD) ähnlich – und zwar über das gesamte Spektrum […]