Wichtige Auszeichnung für Berner Medizin-Projekt19. August 2019 Robert Rieben (Foto: Uyen Vo/Universtiät Bern) Der Schweizer Biomediziner Prof. Robert Rieben erhält einen prestigeträchtigen Grant aus dem “Congressionally Directed Medical Research Program” der USA zur Forschung an abgetrennten Gliedmaßen. Normalerweise erfolgt eine Vergabe des Grants nur für Forschung in den USA. Die Gruppe um Robert Rieben, Leiter der Gruppe Herz und Gefäße am Department for BioMedical Research (DBMR), forscht schon länger erfolgreich auf dem Gebiet “Abgetrennte Gliedmaße”. In Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Plastische- und Handchirurgie am Inselspital hat sie bereits vor Jahren eine Methode entwickelt, um traumatisch amputierte Gliedmaßen mithilfe der Herz-Lungen-Maschine wesentlich länger am Leben zu erhalten, um damit Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewinnen. Diese haben möglicherweise auch andere, lebensbedrohliche Verletzungen, die vor der Replantation versorgt werden müssen: “Es gilt ‘life before limb’”, erklärt Rieben. Abgetrennte Gliedmaße erhalten Wenn jemand zum Beispiel bei einem Unfall eine Hand, einen Unterarm, einen Fuß oder Unterschenkel verliert, haben die Chirurginnen und Chirurgen heute maximal sechs Stunden Zeit, um diese Gliedmaße in einer Replantation wieder anzunähen. Ein länger dauernder Unterbruch der Blutversorgung der amputierten Gliedmaße führt nach dem Wiederherstellen der Blutzufuhr zu Schäden: Die Gliedmaße schwillen massiv an, was zu einem Absterben der betroffenen Muskeln führt. Es können selbst Entzündungsreaktionen auftreten, die den ganzen Körper betreffen und im schlimmsten Fall zu einem Multiorganversagen und zum Tod führen. Gleichzeitig arbeitet Riebens Gruppe schon seit einiger Zeit an Substanzen, die die Blutgefäße während des Unterbruchs der Blutversorgung schützen und somit Schäden stark vermindern können. Im Projekt sollen nun die beiden früher entwickelten Techniken – zur Verlängerung der Zeitspanne bis zur Replantation von traumatisch (teil-)amputierten Gliedmaßen – kombiniert werden. “Falls das funktioniert, könnten Gliedmaßen auch bis zu eineinhalb Tage nach der Verletzung noch replantiert werden”, sagt Rieben. “Davon profitieren würden Kriegsverletzte, aber auch Unfallopfer, gerade in einem Katastrophenszenario.”
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