Wie sich Brustkrebszellen mit Fett füttern und dadurch vor dem Zelltod schützen24. Januar 2019 Bild: © fotoliaxrender – fotolia.com IfADo-Forscherin Dr. Cristina Cadenas hat mit ihrem Team einen Mechanismus entdeckt, wie sich Brustkrebszellen selbst mit Nährstoffen versorgen und sich gleichzeitig einen Überlebensvorteil sichern. Je stärker dieser Überlebensmechanismus ausgeprägt ist, desto höher ist das Risiko für einen negativen Krankheitsverlauf. Jede Körperzelle benötigt Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette, um ihre Aufgaben auszuführen, sich zu erhalten oder zu teilen. Das Gleiche gilt auch für Krebszellen. Diese können Fettsäuren selbst herstellen, um Zellteilung und Tumorwachstum zu ermöglichen. Unter Stressbedingungen sind Krebszellen dazu deutlich weniger in der Lage und müssen daher auf anderem Wege ihre Fettversorgung sicherstellen, wie Cadenas und ihr Team nun am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) feststellten. Fett als Zellschutz vor freien Radikalen Unter Einfluss von Stress setzen einige Brustkrebszellen zur Versorgung mit Fett auf das Enzym Endotheliale Lipase G (LIPG). Dazu stellen die Brustkrebszellen LIPG her, schleusen es an die äußere Zellmembran und können dadurch komplexe Fette aus dem Blutkreislauf abfangen und verstoffwechseln. Auf diese Weise füttert LIPG die Brustkrebszelle mit „mundgerechten“ Fettsäuren. Gleichzeitig schützen sich die Brustkrebszellen mit Hilfe des LIPG gezielt vor schädigenden Einflüssen durch oxidativen Stress. Cadenas und ihr Team konnten den Schutzmechanismus gegen Zelltod belegen, in dem sie das LIPG-Gen deaktivierten, sodass die Brustkrebszellen kein LIPG herstellen konnten. Ohne LIPG starben viele der Zellen unter dem Einfluss von oxidativem Stress. Je mehr LIPG, desto höher das Risiko für weitere Metastasen Die Forscher konnten zudem einen signifikanten Zusammenhang zwischen einem sehr hohen LIPG-Gehalt des Tumors und der metastasenfreien Zeit der Patientinnen nachweisen. „Je mehr fettspaltendes Enzym produziert wird, desto höher ist das Risiko für weitere Metastasen“, erklärt Molekularbiologin Cadenas vom IfADo. Sie vermutet: „Das könnte daran liegen, dass LIPG die Brustkrebszellen vor oxidativem Stress schützt und überlebensfähiger macht.“ Dieser Zusammenhang wurde in Daten von Patientinnen beobachtet, bei denen der Primärtumor zunächst chirurgisch behandelt wurde und bei denen keine Metastasen in den Lymphknoten vorhanden waren. Ob eine Deaktivierung von LIPG oder eine Blockierung der Fettversorgung als therapeutische Maßnahme bei Brustkrebs in Frage kommt, muss jedoch noch erforscht werden. Publikation: Cadenas, C., Vosbeck, S., Edlund, K., Grgas, K., Madjar, K., Hellwig, B., Adawy, A., Glotzbach, A., Stewart, J. D., Lesjak, M. S., Franckenstein, D., Claus, M., Hayen, H., Schriewer, A., Gianmoena, K., Thaler, S., Schmidt, M., Micke, P., Pontén, F., Mardinoglu, A., Zhang, C., Käfferlein, H. U., Watzl, C., Frank, S., Rahnenführer, J., Marchan, R. & Hengstler, J. G. (2019), LIPG‐promoted lipid storage mediates adaptation to oxidative stress in breast cancer. International Journal of Cancer. dx.doi.org/10.1002/ijc.32138 Weitere Informationen: http://www.ifado.de
Mehr erfahren zu: "Gestationsdiabetes: Typ-2-Diabetes nicht nur häufiger, sondern auch früher und schwerer" Gestationsdiabetes: Typ-2-Diabetes nicht nur häufiger, sondern auch früher und schwerer Frauen, die während einer Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes entwickeln, erkranken später im Durchschnitt fast 13 Jahre früher an Typ-2-Diabetes als Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes. Zudem benötigen sie häufiger bereits kurz nach der […]
Mehr erfahren zu: "Liposuktion reduziert Schmerzen bei Lipödem effektiver als Standardbehandlung" Liposuktion reduziert Schmerzen bei Lipödem effektiver als Standardbehandlung Die Ergebnisse der LIPLEG-Studie bestätigen die Vorteile der Liposuktion bei Patientinnen mit Lipödem gegenüber der konservativen Behandlung. Gleichzeitig bedarf es bei jeder Patientin einer individuellen Risikoabwägung.
Mehr erfahren zu: "Welttag “Wechseljahre am Arbeitsplatz”" Welttag “Wechseljahre am Arbeitsplatz” Die Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. fordert zum Welttag „Wechseljahre am Arbeitsplatz“ mehr Beachtung des Themas in Unternehmen und eine engere Verzahnung von Gynäkologie, Arbeitsmedizin sowie weiteren ärztlichen Fachrichtungen.