Wie sich eine schlechte Ernährung auf die Blutgefäße auswirkt24. November 2022 © Vadym – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein Forscherteam unter der Leitung von Bilal Sheikh vom Helmholtz-Institut für Stoffwechsel-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) des Helmholtz Munich und der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig hat untersucht, wie sich Adipositas auf die molekulare Struktur der Blutgefäße auswirkt. Das Forschungsteam fand heraus, dass sich Stoffwechselkrankheiten auf einzigartige Weise auf die Blutgefäße in verschiedenen Organen unseres Körpers auswirken: So haben beispielsweise die Blutgefäße in der Leber und im Fettgewebe Schwierigkeiten, die überschüssigen Fette zu verarbeiten, die Nierengefäße entwickeln eine Stoffwechselstörung, die Lungengefäße werden hochgradig entzündlich, und der Transport in den Hirngefäßen ist gestört. „Da die Fehlfunktion von Blutgefäßen alle wichtigen Pathologien – von Herzversagen über Atherosklerose, bis hin zur Neurodegeneration – antreibt, zeigt unsere Forschung, wie schlechte Essgewohnheiten die Entwicklung verschiedener Krankheiten auf molekularer Ebene fördern“, erklärt Dr. Olga Bondereva, die Erstautorin dieser Studie. „Wir wollen molekulare Mechanismen der Adipositas aufklären, um Betroffenen künftig maßgeschneiderte Therapien anbieten zu können“, ergänzt HI-MAG-Direktor Prof. Matthias Blüher. Der Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1052 „ObesityMechanisms“ forscht seit Jahren an der Universität Leipzig zur krankhaften Fettleibigkeit. An der vorliegenden Studie sind aus Leipzig auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der universitären Kardiologie und Laboratoriumsmedizin beteiligt. Die Forschenden fragten sich dann, ob eine gesunde Ernährung die krankheitsverursachenden molekularen Signaturen, die durch eine schlechte Ernährung hervorgerufen werden, reduzieren kann. Ihre Ergebnisse zeigen: Eine gesunde Ernährung kann tatsächlich die molekulare Gesundheit der Blutgefäße verbessern, allerdings nur teilweise. In den Experimenten erholten sich zum Beispiel die Blutgefäße in der Leber fast vollständig, aber die Blutgefäße in den Nieren behielten die Krankheitssignatur bei, trotz gesunder Ernährung und erheblicher Gewichtsabnahme. Zusammenfassend bedeutet dies: Einige unserer Blutgefäße können ein „Gedächtnis“ für Stoffwechselerkrankungen entwickeln, welches nur schwer wieder rückgängig zu machen ist. Literatur Bondareva et al. Single-cell profiling of vascular endothelial cells reveals progressive organ-specific vulnerabilities during obesity. Nature Metabolism https://doi.org/10.1038/s42255-022-00674-x Quelle: Universität Leipzig, 21.11.2022
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