Wie sieht die Zukunft der KI in O & U aus?22. Dezember 2025 Foto: Pakorn/stock.adobe.com Ob Chatbots am Praxistelefon, Arztbriefe schreiben oder OP-Verlauf in Echtzeit diktieren – was wir unter Künstlicher Intelligenz (KI) verstehen, ist schon „Schnee von gestern“. So sieht Dr. Felix C. Öttl, der auf dem BVASK-Kongress 2026 über die Zukunft der KI in O & U referiert. „Wir brauchen die KI vor allem aus drei Gründen“, erklärt Öttl, Assistenzarzt Orthopädie/Unfallchirurgie am Balgrist University Hospital Zürich (Schweiz). „Zum einen wird die Bevölkerung immer älter. Zweitens steigt durch Überlastung die Zahl der an Burnout leidenden Ärzten stark an. Und drittens ist ein Arzt heute nicht mehr nur für die OP zuständig, sondern verantwortet auch Komplikationen und den weiteren Heilungsprozess.“ Öttl gibt einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung der KI. „Laut Jensen Huang sind wir bereits am Punkt der ‚Agentic Artificial Intelligence‘ angekommen. Dies sind Systeme, die Kontext verstehen, Antwortmails im Kontext automatisiert verfassen, Termine vergeben und bei Diagnosen assistieren“, erläutert der Experte. Intelligentes Werkzeug zur Entscheidungsfindung Für die Zukunft von KI in O & U sieht Öttl viel, was auf uns einstürmen wird. Googles „AMIE”1 zum Beispiel ist ein vielversprechendes Support-System, das Ärzte bei komplexen Fällen unterstützt – weniger ein Ersatz als vielmehr ein intelligentes Werkzeug zur Entscheidungsfindung. Die Technologie könnte Ärzte bei der Triage und Spezialistenvermittlung unterstützen, befindet sich aber noch in der Forschungsphase und erfordert umfangreiche Tests in echten klinischen Umgebungen. KI-Agenten die zusammen komplizierte Fälle lösen Microsofts „MAI-DxO“ (Microsoft AI Diagnostic Orchestrator)2 stellt einen grundlegend anderen Ansatz für die KI-gestützte Diagnose dar. Er ist weniger Ersatz, sondern fungiert vielmehr als Orchestrierungssystem, das mehrere Analyseprozesse koordiniert. Anstelle einer einzigen „Tumorboard”-Analogie stellt MAI-DxO eher ein System dar, das verschiedene diagnostische Denkansätze integriert, Hypothesen durch interaktive Fragestellungen kontinuierlich verfeinert und die Anordnung von Tests durch Abwägen von Diagnoseerträgen und Kosten optimiert. Intelligente Roboter als Zukunft der KI in O & U? An dritter Stelle nennt Öttl noch intelligente Roboter: Sie werden eines Tages im OP die Haken halten, Wunden zunähen und auch sonst einige Aufgaben der Assistenten im Operationssaal übernehmen. Selbstverständlich müssen bei der Entwicklung der KI immer die Sicherheit der Patienten und ethische Gesichtspunkte eine zentrale Rolle spielen. Auch die Dokumentation durch den Arzt könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Die Entwicklungen halten schrittweise automatisch Einzug in Praxen und Kliniken. Wer vorn mit dabei sein will, müsse sich etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen, betont auch die BVASK in einer Mitteilung. Alle anderen würden später von allein „mitgenommen“. Denn bis es so weit sei, dass neue Anwendungen im klinischen und im Praxis-Alltag Einzug halten, kenne und verstehe sie (fast) jeder, heißt es weiter. Schließlich sind sie immer leichter und intuitiver zu bedienen.
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