Wie wirkt sich Sport auf krebskranke Kinder aus?

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Mit der retrospektiven Analyse von Daten krebskranker Kinder wollen Forschende der Universität Hildesheim und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) genauere Erkenntnisse über die Auswirkungen von Sport und Bewegung auf den Krankheitsverlauf erlangen. Ziel sind konkrete Bewegungsempfehlungen für die Zeit während und nach einer Krebstherapie.

„Dass Sport eine gute Sache ist, weiß man“, erklärt Prof. Nicolas Kurpiers, Sportwissenschaftler an der Universität Hildesheim, der das Projekt leitet. „Die konkreten Auswirkungen – etwa auf Dauer von Krankenhausaufenthalten, Aktivitätslevel oder psychisches Wohlbefinden – sind bislang aber wenig erforscht.“

„Wenn Bewegung das Leben von Kindern mit Leukämie nachweislich nachhaltig verbessern könnte, hätte dies enorme Bedeutung für unsere Behandlungsstrategien. Ziel unserer Forschung ist es daher herauszufinden, ob körperliche Aktivität einen messbaren Beitrag zu weniger Therapiefolgen, einer besseren Lebensqualität und einem langfristig besseren Behandlungserfolg leisten kann“, ergänzt Prof. Martin Stanulla, Kinderonkologe an der MHH. Stanulla koordiniert die wissenschaftlichen Aktivitäten einer bundesweit angelegten Leukämie-Studie, an die das Projekt als sportwissenschaftliche Begleitstudie angedockt werden soll.

„In der Datenanalyse gehen wir retrospektiv vor“, erklärt Kurpiers. Das bedeutet, dass Daten bis zurück ins Jahr 2000 betrachtet werden. Langfristig soll das Projekt Bewegungsempfehlungen geben können, die in Prävention und Rehabilitation krebskranker Kinder eingesetzt werden können.

Finanziell unterstützt wird das Projekt durch die Robert Tonn Stiftung sowie den Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. „Wir freuen uns sehr, dieses Forschungsprojekt bereits zu Beginn als Partner maßgeblich unterstützen zu können. Aus unserer Sicht steckt dort ein großes Potenzial, das dazu beitragen kann, die Behandlung und Lebensqualität krebskranker Kinder nachhaltig zu verbessern“, betont Wolfgang Schröter, Vorstandsvorsitzender der Robert Tonn Stiftung. Ebenfalls beteiligt sind Sportwissenschaftler der MHH, die ihre praktische Erfahrung aus der Arbeit mit an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen einbringen.