Wiederauftreten von Nierensteinen: Verhaltensintervention kann das Urinvolumen langfristig erhöhen

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Laut einer Studie des Duke Clinical Research Institute (USA) kann ein Verhaltenstraining zur Förderung der Flüssigkeitsaufnahme das Risiko des Nierenstein-Rezidivs zwar nicht senken, aber das Urinvolumen langfristig erhöhen.

Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr wird allgemein zur Senkung des Risikos wiederkehrender Nierensteine ​​empfohlen. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch schwierig. Die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung einer hohen Flüssigkeitszufuhr ist bisher unzureichend untersucht, erklären die Autoren der neuen Studie.

Das Ziel dieser Forschungsarbeit war es, zu ermitteln, ob ein multimodales Verhaltensinterventionsprogramm zur Förderung einer hohen Flüssigkeitszufuhr im Vergleich zu einer Kontrollgruppe das Auftreten symptomatischer Nierensteinrezidive reduziert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.

Auch finanzielle Anreize und Gesundheitsberatung

In dieser randomisierten klinischen Studie wurden Teilnehmer ab 12 Jahren mit Nierensteinleiden und niedrigem 24-Stunden-Urinvolumen gemäß den aktuellen Leitlinien an sechs akademischen medizinischen Zentren in den USA rekrutiert. Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert einer multimodalen Verhaltensintervention zur Förderung einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr oder der Kontrollgruppe mit leitlinienkonformer Behandlung zugeteilt.

Die Intervention umfasste eine Flüssigkeitsverordnung, finanzielle Anreize zur Einhaltung dieser Verordnung, Gesundheitsberatung zur Überwindung von Hindernissen bei der Flüssigkeitsaufnahme sowie patientenselektierte Maßnahmen wie SMS zur Aufrechterhaltung einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr.

Die Randomisierung erfolgte computergeneriert und war für Prüfärzte, behandelnde Ärzte, Auswerter und Gutachter verblindet. Primärer Endpunkt war das symptomatische Steinrezidiv, definiert als Steinabgang oder interventioneller Eingriff zur Steinentfernung während eines zweijährigen Nachbeobachtungszeitraums. Sekundäre Endpunkte umfassten die Veränderung des 24-Stunden-Urinvolumens, Harnwegssymptome, radiologisch nachweisbares Steinrezidiv oder -wachstum sowie einen kombinierten Endpunkt aus symptomatischem Steinrezidiv, Neubildung von Steinen und Wachstum bestehender Steine. Hyponatriämie mit Krankenhausaufenthaltspflicht war der Sicherheitsendpunkt.

Kein Unterschied beim Wachstum

Zwischen dem Oktober 2017 und Februar 2022 wurden 1658 Teilnehmende randomisiert der Interventionsgruppe und der Kontrollgruppe zugeteilt (Medianalter 44 Jahre; 946 weiblich). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 738 Tagen traten symptomatische Nierensteinereignisse bei 154 Teilnehmenden der Interventionsgruppe und 165 der Kontrollgruppe auf. Von diesen 1658 Teilnehmenden wiesen 1104 einen rezidivierenden Nierensteinbefall auf.

Das 24-Stunden-Urinvolumen stieg in beiden Gruppen gegenüber dem Ausgangswert an und war in der Interventionsgruppe nach sechs, zwölf, 18 und 24 Monaten höher als in der Kontrollgruppe. Harnspeicherungssymptome wie häufiger Harndrang, imperativer Harndrang und Nykturie traten in der Interventionsgruppe nach sechs und zwölf Monaten häufiger auf als in der Kontrollgruppe, nicht jedoch zu den anderen Messzeitpunkten. Es zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich des Steinwachstums von mindestens zwei Milimetern oder der Neubildung von Steinen vom Studienbeginn bis zur Bildgebung am Studienende.

Auch der kombinierte Endpunkt aus symptomatischem Steinrezidiv, Neubildung von Steinen oder Steinwachstum von mindestens zwei Milimetern unterschied sich statistisch nicht zwischen den Gruppen. Es wurden keine Fälle von Hyponatriämie berichtet, die eine stationäre Behandlung erforderten. Zwölf Teilnehmer der Interventionsgruppe wiesen eine asymptomatische Hyponatriämie auf, verglichen mit zwei Teilnehmern in der Kontrollgruppe.

Individuelle Therapien im Fokus

Ein Verhaltensinterventionsprogramm zur Förderung der Flüssigkeitsaufnahme zur Sekundärprävention von Nierensteinen reduzierte zwar nicht das Wiederauftreten von Nierensteinen, erhöhte aber im Vergleich zur leitlinienbasierten Versorgung während eines zweijährigen Nachbeobachtungszeitraums das Urinvolumen geringfügig, resümieren die Autoren.

Die Ergebnisse verdeutlichen laut den Forschern, wie schwer es vielen Menschen fällt, täglich ausreichend Flüssigkeit zu trinken, selbst mit gezielter Unterstützung. „Anstatt von allen Patienten das gleiche Flüssigkeitsziel zu verlangen, sollten wir herausfinden, wer von welchen Zielen profitiert, die Gründe für mangelnde Therapietreue verstehen und Interventionen – sowohl verhaltensbezogener als auch medizinischer Art – entwickeln, die das Wiederauftreten von Nierensteinen zuverlässig reduzieren“, betont Co-Autor Dr. Gregory E. Tasian.

(ri/BIERMANN)