„Wir müssen schnell sein – das ist unser gesellschaftlicher Auftrag“5. September 2018 Seit zehn Jahren werden Neugeborene routinemäßig auf angeborene Gehörschäden untersucht. (Foto: © Rafael Ben-Ari) Zehn Jahre Universelles Neugeborenen-Hörscreening (UNHS) werden am Marburger Universitätsklinikum in einer Tagung für Arzte und Wissenschaftler ausgewertet. Wenn Prof. Christiane Hey vom Projekt „Universelles Neugeborenen-Hörscreening“ (UNHS) spricht, wird sie sehr leidenschaftlich: „Denn wir haben hier einen Auftrag, der fundamental ist. Wenn bei einem neugeborenen Menschen, ich spreche ganz bewusst nicht von süßen Babys, nicht frühzeitig eine Schwerhörigkeit diagnostiziert und versorgt wird, so wird das ihr ganzes Leben beeinflussen.“ Denn der Zeitraum, in dem eine kindliche Schwerhörigkeit erfolgreich versorgt werden kann, sei kurz, führt die Chefärztin der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie des Universitätsklinikums Marburg aus. Hey unterstützt das „Universelle Neugeborenen-Hörscreening (UNHS)“ seit Beginn. „Hier in Hessen steht praktisch die Wiege dieses Neugeborenen-Hörscreenings in Deutschland. In Marburg wurde es schon durch meine Vorgängerin Prof. Berger angestoßen, später durch das Universitätsklinikum Frankfurt weiter vorangetrieben.“ Vor 10 Jahren – am 19.06.2008 – wurde die Einführung des flächendeckenden und verpflichtenden UNHS beschlossen. Anlässlich dieses „Feiertages der Pädaudiologen“, so Christiane Hey, werden am 5. September 2018 im Universitätsklinikum Marburg, bundesweite Daten und Evaluationen vorgestellt und Entwicklungsausblicke gegeben. Das Universitätsklinikum Marburg ist innerhalb des Screening-Programms sogenannte „Follow-Up-II“-Einrichtung. Das heißt, ist das Neugeborenen-Hörscreening auffällig, so werden sie hier detailliert untersucht und behandelt. Das Universitätsklinikum Marburg hat als „Follow-Up II-Einrichtung“ einen großflächigen Einzugsbereich: Mittel- und Nordhessen, Siegener Land, das südliche Nordrhein-Westfalen und Teile von Rheinland-Pfalz werden hier betreut. Die über 2.700 Kinder, die im Zeitraum von 2009 bis 2016 in der Klinik bzw. Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie untersucht und behandelt wurden, erfasste Nikola Fink, Doktorandin der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie. Sie stellt in der Tagung eine Studie zu den Behandlungsergebnissen vor. Schließlich wird Prof. Dr. Matthias Kieslich, Leiter des Hessischen Kindervorsorgezentrums, einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des inzwischen bundesweiten Projekts UNHS bieten.
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