“Wir verspielen große Chancen”6. März 2020 Foto: © benjaminnolte – Adobe Stock Experten für Wiederbelebung fordern von Politik und Regierungen mehr Unterstützung, denn pro Tag erleiden hunderte Menschen einen Herzstillstand. Führende Experten fordern von Politik und Regierungen, mehr für die Rettung von Menschen mit plötzlichem Herzstillstand zu tun. Bei den “Bad Boller-Reanimations- und Notfallgesprächen” haben sich Vertreter von Hilfsorganisationen, Feuerwehren, medizinischen Fachgesellschaften, Kliniken, Universitäten und Forschungseinrichtungen dafür ausgesprochen, dass bundesweit alle Schüler ab der siebten Klasse die Wiederbelebungsmaßnahmen lernen sollten: “Hier haben wir immer noch einen Flickenteppich und verspielen große Chancen”, sagt der Leiter des “Deutschen Reanimationsregisters”, Professor Dr. Jan-Thorsten Gräsner. Ebenso sollten nach Ansicht der Tagungsteilnehmer alle berufstätigen Menschen in Deutschland die lebensrettenden Handgriffe wirklich beherrschen. Nur knapp über 40 Prozent der Ersthelfer führen Herzdruckmassage aus Hunderte Menschen werden pro Tag in Deutschland durch einen Herzstillstand aus dem aktiven Leben gerissen. Pro Jahr sterben mehrere zehntausend Menschen daran. Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt mehr als 14 Milliarden Euro. Die Quote der Ersthelfer, die sofort Herzdruckmassage ausführen, liegt nur knapp über 40 Prozent. Länder wie die Niederlande, Norwegen und Dänemark schneiden hier wesentlich besser ab. Dabei sind die Nervenzellen im menschlichen Gehirn schon nach fünf Minuten unwiederbringlich geschädigt. In der Diskussion um das neue Notfallversorgungsgesetz fordern die Reanimationsexperten, dass die Patientensicherheit und die qualitativ beste Versorgung der Notfallpatienten in den Mittelpunkt der Reform gerückt werden. Gerade diese Elemente seien für den Patienten entscheidend, werden im Moment aber nicht im Gesetzentwurf berücksichtigt. Aufklärung und Armbanduhren könnten vor Notfällen warnen Große Hoffnung setzen die Experten in die Früherkennung von Symptomen für einen drohenden Kreislaufstillstand: Einerseits müsse die Bevölkerung weiter aufgeklärt werden. Andererseits könnten Smart-Watches und ähnliche intelligente Systeme helfen, Warnsignale des Organismus wahrzunehmen. Sie könnten Patienten schon Tage oder Stunden vorher warnen, dass sie bald zu einem Notfall werden, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt. Die Fachleute stützen sich dabei auf Erkenntnisse aus dem Krankenhaus: Bei bis zu 80 Prozent der Patienten, die in der Klinik einen Kreislaufstillstandes erleiden, gibt es Vorzeichen. Wenn solche Warnsignale auch außerklinisch rechtzeitig erkannt werden, kann direkt der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 alarmiert werden, die Therapie sofort einsetzen und ein Kreislaufstillstand vermieden werden.
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