Wirksamkeit personalisierter Risiko-Informationen in der Nikotinentwöhnung28. Juli 2017 © p365.de – fotolia.com Die Wahrscheinlichkeit, dass Raucher an einer Maßnahme zur Nikotinentwöhnung teilnehmen, steigt laut einer britischen Studie um mehr als das Doppelte, wenn mit einer Einladung zu einer Einführungsveranstaltung personalisierte Risiko-Informationen mitgeliefert werden. Diese Beobachtung lasse darauf schließen, dass ein proaktiverer Ansatz Barrieren seitens des Patienten abbauen helfen kann, schreiben die Verfasser der Arbeit. In Großbritannien bieten die National Health Service Stop Smoking Services (SSS) Rauchern Hilfe bei der Nikotinentwöhnung an – doch die Teilnehmerraten sind eher gering, wobei aktuelle Zahlen sogar eine Tendenz nach unten belegen. An einer randomisiert-kontrollierten Untersuchung nahmen 18 SSS-Einrichtungen in England teil. 4384 aktive Raucher im Alter von mindestens 16 Jahren aus 99 Praxen wurden von ihren Hausärzten zur Nikotinentwöhnung eingeladen. Patienten, die darauf eingingen, die mit dem Rauchen aufhören wollten und im Vorjahr an keiner solchen Maßnahme teilgenommen hatten, erhielten nach Randomisierung entweder ein Schreiben mit speziell auf sie zugeschnittenen Risiko-Informationen sowie eine Einladung zu einer unverbindlichen Einführungsveranstaltung (Interventionsgruppe) oder ein Standardschreiben, in dem lediglich der örtliche SSS beworben wurde (Kontrollgruppe). Primärer Endpunkt der Untersuchung war die Teilnahme an der ersten Sitzung eines SSS-Kurses innerhalb von 6 Monaten nach Randomisierung. Rekrutierung der Patienten, Sammlung von Baseline-Daten, Intervention und Follow-up fanden zwischen Januar 2011 und Juli 2014 statt. Die Interventionsgruppe umfasste 2636 Personen und die Kontrollgruppe 1748. Die Intention-to-treat-Gruppe bildeten 4383 Teilnehmer. Wie die Studienautoren um Erstautorin Dr. Hazel Gilbert vom University College London in einer aktuellen Ausgabe des „Lancet” berichten, nahmen aus der Interventionsgruppe signfikant mehr Raucher an der ersten Sitzung eines SSS-Kurses teil als aus der Kontrollgruppe (458 [17,4 %] vs. 158 [9 %]; nicht adjustierte Odds Ratio 2,12; 95 %-Konfidenzintervall 1,75–2,57; p<0,0001). (ac)I Autoren: Gilbert H et al. Korrespondenz: Dr. Hazel Gilbert, University College London, London NW3 2PF, Großbritannien; [email protected] Studie: Effectiveness of personalised risk information and taster sessions to increase the uptake of smoking cessation services (Start2quit): a randomised controlled trial Quelle: Lancet 2017;389(10071):823–833. Web: www.thelancet.com/journals/lancet
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