Wirkstoff aus Reiskleie stärkt Hautbarriere9. Februar 2026 © UMI – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende entdeckten in Reiskleie drei bisher nicht bekannte Ceramide. Besonders Reis-Ceramid A stärkte die Hautbarriere in rekonstruierten humanen Keratinozytenmodellen. Die Forschenden konnten drei zuvor unbekannte Verbindungen identifizieren: Reis-Ceramide A, B und C. Unter diesen zeigte das Reis-Ceramid A ausgeprägte barriereverstärkende Effekte der Haut und unterstreicht damit den bislang unerschlossenen Wert pflanzlicher Lipide. Neue Kategorie pflanzlicher Ceramide Die neu entdeckten Moleküle gehören zu einer seltenen Gruppe, den acylierten Glucosylceramiden, Lipiden, die eine entscheidende Rolle für die Aufrechterhaltung der epidermalen Integrität spielen. Während Glucosylceramide als Zellmembranbestandteile bei Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen weit verbreitet sind und sowohl die strukturelle Stabilität als auch die zelluläre Signalübertragung unterstützen, waren ihre acylierten Formen bislang in pflanzlichen Quellen nicht eindeutig identifiziert worden. Die Forschenden isolierten die Verbindungen erfolgreich aus Reiskleie und klärten ihre chemischen Strukturen mithilfe moderner spektroskopischer und analytischer Verfahren. Die Studie, die in „Phytochemistry Letters“ publiziert wurde, liefert eine detaillierte chemische und biologische Charakterisierung dieser Moleküle und etabliert damit eine neue Kategorie pflanzlicher Ceramide. „Unsere Studie hat die weltweit ersten pflanzlichen acylierten Glucosylceramide aufgezeigt“, erläutert Prof. Toshio Morikawa vom Pharmaceutical Research and Technology Institute der Kindai University (Japan). „Diese Verbindungen repräsentieren eine bislang unbekannte Modifikation von Glucosylceramiden und erweitern unser Verständnis der in der Natur vorkommenden Lipidvielfalt.“ Signifikante Reduktion des Wasserverlusts Zur Bewertung der biologischen Relevanz untersuchte das Team, wie die neu identifizierten Verbindungen die Hautbarrierefunktion beeinflussen. In rekonstruierten humanen Keratinozytenmodellen der Epidermis wurde der transepidermale Wasserverlust als zentraler Parameter für die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu halten, bestimmt. Unter den drei Verbindungen bewirkte Reis-Ceramid A bereits in niedrigen mikromolaren Konzentrationen eine signifikante Reduktion des Wasserverlusts, was auf eine Stärkung der Hautbarriere und eine verbesserte Hydratation hinweist. Im Gegensatz dazu zeigten Reis-Ceramide B und C diesen Effekt nicht, was die Bedeutung subtiler struktureller Unterschiede für die biologische Aktivität unterstreicht. Über unmittelbare kosmetische Anwendungen hinaus hat diese Entdeckung weiterreichende wissenschaftliche Implikationen. Glucosylceramide weisen zwischen verschiedenen Spezies eine erhebliche strukturelle Variabilität auf und werden deshalb als Marker in der Evolutionsbiologie und der molekularphylogenetischen Analyse genutzt. Die Identifizierung acylierter Glucosylceramide führt eine bislang unbekannte strukturelle Variante ein, die Einfluss darauf haben kann, wie Lipidevolution und metabolische Diversität interpretiert werden. Landwirtschaftliche Nebenprodukte nutzen Langfristig wird erwartet, dass diese Arbeiten weiterführende biochemische Forschung zu den Biosynthesewegen acylierter Glucosylceramide anregen, einschließlich der Identifizierung der für die Acylierung verantwortlichen Enzyme und der Aufklärung der beteiligten Stoffwechselwege. In einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren könnten diese Erkenntnisse die Entwicklung neuer Functional Foods, kosmetischer Wirkstoffe und nachhaltiger Bioprodukte aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten unterstützen. (ins)
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