Wirkung von akutem psychischen Stress auf Asthma30. August 2017 © Antonioguillem – fotolia.com Bei Asthmapatienten scheinen sowohl aktive als auch passive Stressoren mit einer verstärkten Aktivierung des sympathischen Nervensystems (SNS) assoziiert zu sein. Dabei haben offenbar passive Stressoren einen unmittelbareren, schädlichen Einfluss auf die Atemwege als aktive. Allerdings, so schreiben die Autoren einer aktuellen Studie, sind letztere möglicherweise mit einer verzögerten Entzündungsreaktion assoziiert, die durch eine Asthmaexazerbation hervorgerufen wird. Es seien weitere Forschungen notwendig, um den Einfluss akuter Stressoren auf die physiologischen Mechanismen zu verstehen, die im Zusammenhang mit Asthma stehen. Die Wissenschaftler meinen hier vor allem die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA) und Immunmarker. Psychischer Stress stehe schon seit Langem im Verdacht, sich negativ auf Asthma auszuwirken, erläutern die Wissenschaftler den Hintergrund ihrer Forschung, deren Ergebnisse sie kürzlich in „Respiratory Medicine“ veröffentlicht haben. Man gehe davon aus, dass psychischer Stress bei Patienten mit einer physiologischen Reaktion verbunden sei. Die Wissenschaftler führten eine Literatursuche in den Datenbanken Pubmed, PsycINFO, PsyArticles und in der Cochrane Library nach Arbeiten in englischer und französischer Sprache durch, in denen die physiologische Reaktion während oder nach einer psychischen Belastung ermittelt und mit Werten vor diesem Stress verglichen wurde. Die Einschlusskriterien für die Analyse erfüllten 32 Studien. Diese deuteten darauf hin, dass eine Exposition gegenüber aktiven Stressoren (bspw. Rechenaufgaben) mit zunehmenden Reaktionen des SNS verbunden war, ebenso wie mit einem Anstieg von Cortisol und Entzündungsreaktionen, aber nur wenig Einfluss auf den Innendurchmesser der Bronchien hatte. Eine Exposition gegenüber passiven Stressoren (wie beim Betrachten psychisch belastender Filme oder Bilder) war auch mit einer verstärkten Reaktion des SNS assoziiert sowie mit einer leichten Bronchokonstriktion. Da es aber an Daten zu passiven Stressoren mangele, seien Schlussfolgerungen zu anderen Maßen nur begrenzt möglich, erklären die Studienautoren. Autoren: Plourde A et al. Korrespondenz: Simon L. Bacon, Department of Exercise Science, Concordia University, Montréal, Kanada; [email protected] Studie: Effects of acute psychological stress induced in laboratory on physiological responses in asthma populations: A systematic review Quelle: Respir Med 2017;127:21–32. Web: www.resmedjournal.com
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