WISDOM-Studie: Personalisierte Brustkrebs-Screenings genau so sicher wie jährliche Mammographien

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Laut einer neuen US-Studie ist ein individualisierter/risikobasierter Ansatz beim Brustkrebs-Screening, genau so sicher wie die jährliche Durchführung von Mammographien.

Die WISDOM-Studie der US-Forschern der University of California, San Francisco (UCSF) verglich die jährliche Standard-Mammographie mit einem Ansatz, der auf dem individuellen Risiko basiert. Die Frauen wurden anhand ihres Alters, ihrer genetischen Veranlagung, ihres Lebensstils, ihrer Krankengeschichte und ihrer Brustdichte mithilfe validierter Risikomodelle in vier Gruppen eingeteilt. Die neuen Studienergebnisse wurde in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlicht.

Individuelles Risiko im Fokus

Teilnehmerinnen mit dem niedrigsten Risiko (26 %) wurden angewiesen, sich erst ab 50 Jahren oder bis zu einem anhand eines Algorithmus prognostizierten Risiko, das dem einer 50-Jährigen entspricht, untersuchen zu lassen. Frauen mit durchschnittlichem Risiko (62 %) wurde eine zweijährliche Untersuchung empfohlen. Den acht Prozent der Frauen mit erhöhtem Risiko wurde eine jährliche Untersuchung empfohlen. Die zwei Prozent der Frauen mit dem höchsten Risiko erhielten unabhängig vom Alter zwei Untersuchungen pro Jahr, abwechselnd Mammographie und MRT.

Frauen mit erhöhtem oder höchstem Risiko erhielten individuelle Empfehlungen zur Reduzierung ihres Brustkrebsrisikos. Dazu gehörten ein Online-Tool zur Unterstützung bei Entscheidungen zur Brustgesundheit und die direkte Beratung durch eine Brustspezialistin. Die Empfehlungen umfassten Möglichkeiten zur Verbesserung von Ernährung und Bewegung sowie Hinweise zur risikoreduzierenden Medikation.

Vergleichbare Resultate trotz weniger Mammographien

Insgesamt wurden 28.372 Frauen randomisiert. Das mittlere Alter betrug 54 Jahre, die Mehrheit der Teilnehmerinnen war nicht hispanischer Herkunft und weißer Hautfarbe (77 %). Die Rate an Karzinomen im Stadium IIB und höher war in der risikobasierten Gruppe der Gruppe mit jährlicher Mammographie nicht unterlegen. Die Rate an Brustbiopsien war in der risikobasierten Gruppe nicht niedriger, trotz weniger Mammographien. Die kumulative Inzidenz von Krebs, Biopsie, Mammographie und MRT stieg mit zunehmender Risikokategorie.

Teilnehmerinnen, die nicht randomisiert werden wollten, konnten sich in eine Beobachtungsgruppe einschreiben und dort ihren Screening-Ansatz selbst wählen. Von diesen Teilnehmerinnen entschieden sich 89 Prozent für das die risikobasierte Vorgehensweise, was laut den Forschern deren Beliebtheit belegt.

Forschung läuft weiter

Risikobasierte Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen, die auch populationsbasierte Gentests umfassen, stratifizieren das Risiko und die Intensität der Vorsorgeuntersuchungen sicher, reduzieren aber nicht die Biopsieraten, schlussfolgern die Wissenschaftler.

Die Forscher der WISDOM-Studie treiben die Risikobewertung im Rahmen der WISDOM 2.0-Studie nach eigenen Angaben weiter voran. Derzeit würden aktiv Teilnehmerinnen rekrutiert. Ziel sei es, Frauen mit einem erhöhten Risiko für aggressivere Brustkrebsarten zu identifizieren, um ihnen personalisierte Screening- und Präventionsangebote unterbreiten zu können, die ihre langfristige Gesundheit besser unterstützen.

(ri/BIERMANN)