Wissenschaftler reisen in die Antarktis, um Ausbreitung der HPAI-Vogelgrippe zu untersuchen18. März 2024 (Symbolbild) Foto: © janjoa66 – pixabay.com Eine Expedition in die Antarktis soll die dort aufgetretenen Fälle der Vogelgrippe untersuchen. Das teilte das Friedrich-Loeffler-Institut mit. Im Februar hatte sich dort der erste Fall von hochpathogener aviärer Influenza (HPAI) bestätigt. Am 31. Dezember 2023 meldete das Antarctic Wildlife Health Network (AWHN) den ersten Verdachtsfall der Vogelgrippe in der Antarktis, kurz darauf folgten Meldungen über Verdachtsfälle in der nahe gelegenen Esperanza Base, einer argentinischen Forschungsstation in Hope Bay auf der Trinity-Halbinsel. Am 24. Februar 2024 wurde der erste bestätigte Fall von HPAI auf dem antarktischen Kontinent in der Basis Primavera am Primavera-Kap in der Cierva-Bucht festgestellt. Seitdem wurden weitere Verdachtsfälle von HPAI gemeldet. Als Reaktion auf die kürzlich bestätigten Fälle sowie die Verdachtsfälle wird Dr. Meagan Dewar (SCAR AWHN und Federation University Australia) eine Expedition in das Weddellmeer an Bord der „Australis“ (Ocean Expeditions) leiten. Mit dabei sind auch Vogelgrippe-Expertinnen und Wildtierärzte des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Erasmus University Medical Center, des spanischen Nationalen Forschungsrats, der University of California, Davis, und des Ibiomar-Cenpat-Conicet. Proben aus der Weddelmeer-Region sollen Aufschluss geben Die Expedition, die von mehreren Organisationen wie der International Association of Antarctica Tour Operators (IAATO) und dem EU-Horizon-Projekt Kappa-Flu (Projektseite) finanziert wird, konzentriert sich auf die Weddellmeer-Region, die vom AWHN als Hochrisikogebiet eingestuft wurde. Das Team wird in der Region nach Anzeichen von HPAI suchen und Proben von gesunden und verdächtigen Wildtieren sowie Aerosolproben zum Nachweis von Vogelgrippe einschließlich des HPAI-Virus sammeln, um das Verständnis für das Eindringen des HPAI-Virus in die Antarktis und seine Auswirkungen auf Wildtiere zu verbessern. Obwohl das Risiko hoher Todeszahlen bei Wildtieren in der Antarktis derzeit gering ist, da sich die Tiere mit dem Ende der Brutsaison zu zerstreuen beginnen, ist es wichtig, das Ausmaß des HPAI-Einbruchs in die Region, die Verbreitung des Virus und die Identifizierung empfänglicher Arten zu verstehen, um unser Wissen über das Virus zu erweitern und die Risiken für die antarktische Tierwelt in der nächsten Brutsaison zu verstehen”, so Dr. Dewar. Ungewöhnliches Tierverhalten in der Region der Antarktischen Halbinsel Die geschäftsführende Direktorin der IAATO, Gina Greer, sagte: „Die IAATO setzt sich für die gezielte Unterstützung der Forschung ein. Während der letzten Wildtierbrutsaison arbeiteten IAATO-Mitglieder mit dem AWHN zusammen und lieferten Berichte über ungewöhnliches Tierverhalten, das in der Region der Antarktischen Halbinsel beobachtet wurde, mit dem gemeinsamen Ziel, mögliche HPAI-Fälle zu verstehen und einzuschätzen. Durch die Finanzierung dieser Expedition hoffen wir, dass die Ergebnisse der breiteren Antarktis-Gemeinschaft helfen können, uns auf die zukünftigen Auswirkungen von HPAI vorzubereiten, für einen Ort, der uns sehr am Herzen liegt.” Prof. Thijs Kuiken vom Erasmus MC in den Niederlanden: „Da HPAI auf diesem Kontinent noch nie aufgetreten ist, ist es äußerst wichtig, Ausbrüche in der antarktischen Tierwelt umfassend zu dokumentieren und entsprechende Proben zu sammeln. Dies wird zeigen, ob das HPAI-Virus die Hauptursache für solche Ausbrüche ist, und helfen zu verstehen, welche Wildtierarten eine Rolle bei der Verbreitung des Virus über große Entfernungen und/ oder bei der langfristigen Aufrechterhaltung des Virus in der antarktischen Region spielen könnten. Die gewonnenen Erkenntnisse können auch zur Erstellung von Populationsmodellen verwendet werden, die für die Abschätzung der Erholung der Populationen nach HPAI-Ausbrüchen erforderlich sind.”
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