Woher kommt das Asthma? Erforschung von Raumluft im EU-Projekt SynAir-G28. März 2022 Foto: © MarekPhotoDesign.com/stock.adobe.com Das Universitätsklinikum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) untersucht im Rahmen des neuen EU-Projektes SynAir-G die Raumluft in Schulklassen. Die Forscherinnen und Forscher wollen Schadstoffe identifizieren, die bei Kindern zu Asthma führen können. Unterschiedliche Schadstoffe wie Viren, Bakterien oder Feinstaub haben – auch in Kombination – Auswirkungen auf die Lungengesundheit, das Immunsystem und die mentale Gesundheit von Kindern. Das gilt vor allem für die Raumluft in der Schule, aber auch für die zu Hause. Das Ziel des Projektes ist es, durch die Analyse der Zusammensetzung von Luftverschmutzungen herauszufinden, welche Kombinationen am gesundheitsschädlichsten sind und wie diese sich auf den Körper auswirken. „Dieses EU-Projekt ist entscheidend in der Erforschung des Zusammenspiels von Partikeln, Viren und Allergenen bei der Entstehung von Asthma im Kindesalter“, sagt Prof. Susetta Finotto, die die Molekular-Pneumologische Abteilung in der Anästhesiologischen Klinik leitet und für den Forschungspart der FAU verantwortlich ist. Anhand von klinischen Studien der Partnerländer werden Schulkinder in ganz Europa und ihre Umgebung hinsichtlich Luftverschmutzungen beobachtet. Die Arbeitsgruppe der FAU wird anhand dieser Luftanalysen die Stoffkombinationen im Labor mithilfe von Zellkulturversuchen, In-vitro-Lungengewebemodellen und experimentellen Modellen analysieren. Am Ende des Projektes soll das Wissen über das Zusammenspiel von Luftverschmutzungen verbessert und in weiteren Schritten auch eine technische Lösung für die Überwachung und Reinigung der Luft gefunden werden. Zusätzlich sollen auf Grundlage dieses Projektes neue Richtlinien für die Innenraumluftqualität erarbeitet werden. „SynAir-G ist ein wegweisendes Projekt für bessere Luftqualität in den Klassenzimmern von Schulkindern und darüber hinaus,“ erklärt Finotto. Ihre Arbeitsgruppe hat jahrelange Erfahrung in der Erforschung der Immunpathogenese des Asthma bronchiale und auch in der Forschung zum nichtkleinzelligem Lungenkarzinom. SynAir-G steht für „Disrupting Noxious Synergies of Indoor Air Pollutants and their Impact in Childhood Health and Wellbeing, using Advanced Intelligent Multisensing and Green Interventions“. Die FAU ist dabei Teil eines interdisziplinären Teams, zu dem Forschende unter anderem aus Frankreich, Finnland, Großbritannien und Griechenland gehören. Zugleich ist die FAU die einzige deutsche Universität, die an dem aus Mitteln des Horizon-Europe-Forschungsrahmenprogramms geförderten Projektes teilnimmt. Das Projekt wird in den kommenden vier Jahren mit insgesamt 6,6 Millionen Euro gefördert.
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