Zehn-Jahres-Inzidenztrend des Typ-2-Diabetes für Deutschland

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Münchner Wissenschaftler beschrieben kürzlich den zeitlichen Verlauf der Typ-2-Diabetes(T2D)-Inzidenz im größten deutschen Bundesland Bayern in 2012–2021. Im Rahmen dessen verglichen sie auch die Inzidenzraten im Pandemiezeitraum (2020–2021) mit den Jahren vor der Pandemie (2012–2019).

Die Analyse basiert auf den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) von 11 Mio. Versicherten, die 85% der Gesamtbevölkerung Bayerns ausmachen. Die Forschenden schlossen alle neu diagnostizierten Fälle von T2D bei Erwachsenen (≥20 Jahre) ein und berechneten die jährlichen und vierteljährlichen altersstandardisierten Inzidenzraten (ASIR) stratifiziert nach Geschlecht, Alter und der Region sowie die geschlechtsspezifischen Inzidenzraten (CIR).

Insgesamt wurden von 2012−2021 eine Anzahl von 745.861 neuen T2D-Fälle diagnostiziert, davon 50,4% (376.193 Fälle) bei Frauen. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen blieb während des Beobachtungszeitraums stabil, während das mittlere Alter bei der Diagnose bei Männern von 61 auf 58 Jahre und bei Frauen von 66 auf 61 Jahre sank. Die ASIR war bei Männern durchweg höher als bei Frauen.

Während des Studienzeitraums wurde ein allgemeiner Abwärtstrend bei der ASIR beobachtet, mit einem starken Rückgang von 2012–2017, gefolgt von einem weniger ausgeprägten Rückgang von 2018–2021 für beide Geschlechter. Bei Männern sank die ASIR mit einer durchschnittlichen jährlichen Abnahme von 4,6%, bei Frauen um 4,8%. Dieser Trend wurde auch für Altersgruppen >50 Jahre beobachtet. Regressionsanalysen zeigten keine signifikante Veränderung der Inzidenzraten während des Pandemiezeitraums (2020 und 2021) vs. die Zeit vor der Pandemie.

Fazit
Damit liegt bei dem 10-Jahres-Inzidenztrend des T2D für Bayern erstmalig ein starker Rückgang vor (2012–2017). Dieser Trend scheint von den ersten beiden Jahren der COVID-19-Pandemie nicht beeinflusst worden zu sein. Trotz einer insgesamt steigenden Prävalenz für T2D ist die Inzidenz rückläufig, vor allem bedingt durch hausärztliche Untersuchungen, wodurch das mediane Alter bei der Diagnose um 3–5 Jahre verringert werden kann. (je)

Autoren: Lehner CT et al.
Korrespondenz: Stefanie J. Klug; [email protected]
Studie: Incidence trend of type 2 diabetes from 2012 to 2021 in Germany: an analysis of health claims data of 11 million statutorily insured people
Quelle: Diabetologia 2024;67(6):1040–1050.
Web: https://doi.org/10.1007/s00125-024-06113-8