Zellfreie DNA zeigt erhöhte Stammzelleigenschaften bei letalem Prostatakrebs21. Februar 2025 US-amerikanische Wissenschaftler haben per genomischer und epigenetischer Analyse von zellfreier DNA (cfDNA) im Blutplasma Merkmale identifiziert, die mit einer schlechteren Überlebenschance bei tödlichem Prostatakrebs (PCa) verbunden sind. Bedeutend für die Letalität sind offenbar verstärkt ausgeprägte Stammzelleigenschaften der Krebszellen. Die Forscher um Seniorautor Aadel A. Chaudhuri vom Comprehensive Cancer Center der Mayo Clinic in Rochester (MN, USA) sequenzierten bei 126 Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) aus 3 akademischen Krebszentren gezielt die cfDNA. Zudem führten sie an 43 Plasmaproben, die vor Beginn der Erstlinienbehandlung mit einem Androgenrezeptor-Signalweginhibitor (ARSI) gesammelt wurden, eine genomweite cfDNA-Methylierungssequenzierung durch. Um die Sequenzierungsdaten auszuwerten, wandten sie eine Nukleosompositionierung und eine differenzielle Analyse der methylierten Regionen an. Zusätzlich untersuchten sie Sequenzierungsdaten der Einzelzell- und Gesamt-RNA von 14 bzw. 80 Patienten mit mCRPC, um eine Signatur für Stammzelleigenschaften zu entwickeln und zu validieren, die sie aus der cfDNA abgeleitet hatten. Durch die gezielte cfDNA-Sequenzierung fanden Erstautor Pradeep S. Chauhan vom Department of Radiation Oncology der Mayo Clinic und seine Kollegen Veränderungen im Bereich des Androgenrezeptors (AR) / Enhancers. Wenn diese vor der ARSI-Erstlinientherapie vorlagen, war dies mit einem signifikant schlechteren progressionsfreien Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) verbunden (p=0,01; Hazard Ratio [HR] 2,12 bzw. p=0,02; HR 2,48). Die Plasmamethylomanalyse ergab, dass Patienten, deren AR/Enhancer-Status mit letalem mCRPC korrelierte, eine signifikant höhere Hypomethylierung auf Promotorebene aufwiesen als mCRPC-Patienten mit unverändertem AR/Enhancer (p<0,0001). Darüber hinaus ergaben die Gen-Ontologie und die Analyse per CytoTRACE (Cellular [Cyto] Trajectory Reconstruction Analysis using gene Counts and Expression), dass die in den Nukleosomen zugänglicheren Transkriptionsfaktoren in der cfDNA bei Patienten mit letalem mCRPC hin zu Transkriptionsfaktoren angereichert waren, die mit Stammzelleneigenschaften in Verbindung stehen. Schließlich gelang es den Wissenschaftlern, die resultierende stammzellenartige signatur durch Tumor-RNA-Sequenzierung in einer Kohorte von 80 mCRPC-Patienten zu validieren. „Wir analysierten insgesamt 220 Patienten mit mCRPC, bestätigten die Bedeutung zellfreier AR/Enhancer-Veränderungen als prognostische Biomarker bei letalem mCRPC und zeigten, dass der zugrunde liegende Mechanismus für Letalität die Umprogrammierung von Entwicklungszuständen in Richtung erhöhter Stammzelleigenschaften beinhaltet“, schließen Chauhan und Kollegen. (ms)
Mehr erfahren zu: "Ärztetag beschließt umfassende Änderungen der ärztlichen Weiterbildung" Ärztetag beschließt umfassende Änderungen der ärztlichen Weiterbildung Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat umfangreiche Änderungen der ärztlichen Weiterbildung verabschiedet. Zentral ist dabei die Abkehr von Methoden- und Handlungskompetenzen hin zu definierten Rollen und Haltungen gemäß einem […]
Mehr erfahren zu: "Ärztetag fordert mehr Schutz von Patientendaten" Ärztetag fordert mehr Schutz von Patientendaten Der 130. Deutsche Ärztetag lehnt das Vorhaben der Bundesregierung ab, Krankenkassen die Aufgaben zu übertragen, Daten ihrer Versicherten individuell auszuwerten. Dies betrifft auch die elektronische Patientenakte.
Mehr erfahren zu: "Ärztetag legt Konzept für „stabile Gesundheitsversorgung in Zeiten des Wandels“ vor" Ärztetag legt Konzept für „stabile Gesundheitsversorgung in Zeiten des Wandels“ vor Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat den Gesetzgeber in einem mit großer Mehrheit gefassten Beschluss aufgefordert, die vorgesehenen Sparmaßnahmen „sauber auszutarieren“. Für ein zukunftsfestes Gesundheitswesen legt der Ärztetag zudem […]