Zirkulierende Tumor-DNA als Biomarker beim Wilms-Tumor11. Oktober 2022 Foto: MQ-Illustrations – stock.adobe.com Zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) könnte einen vielversprechenden prognostischen Biomarker zur Risikostratifizierung des Wilms-Tumors (WT), eines Nierentumors beim Kind, darstellen. Das ergibt eine aktuelle Studie aus Nordamerika, die im “Journal of Clinical Oncology” publiziert wurde. Das Forscherteam aus den USA und Kanada untersuchte Serum-, Urin- und Tumorproben von 50 Kindern, einer Subgruppe der 395 Teilnehmer an der Studie AREN0533 der Children’s Oncology Group Kindern. Diese Patienten litten an einem WT im Stadium III oder IV und hatten vor der Behandlung die Proben zur Verfügung gestellt. Die Wissenschaftler verwendeten Next-Generation-Sequenzierung, um ctDNA in den Proben nachzuweisen. Sie stellten Kopienzahländerungen in 1q, 16q und 1p sowie Einzelnukleotidvarianten in Serum und Urin den Tumorbiopsiedaten gegenüber. Schließlich verglichen sie das ereignisfreie Überleben (EFS) zwischen Patienten mit und ohne ctDNA-Nachweis. ctDNA wurde im Serum von 41/50 (82%) und im Urin von 13/50 (26%) Patienten nachgewiesen. Die Übereinstimmung zwischen Serum-ctDNA-Nachweis und Tumorsequenzierungsergebnissen war wie folgt: 77% für 1q-Zugewinn, 88% für 16q-Deletionen und 70% für 1p-Deletionen, mit Kappa-Koeffizienten von 0,56, 0,74 bzw. 0,29. Die Sequenzierung zeigte auch, dass in Tumoren nachgewiesene Einzelnukleotidvarianten in der ctDNA identifiziert werden konnten. Es gab einen Trend zu einem schlechteren EFS bei Patienten mit ctDNA im Serum (4-Jahres-EFS 80% vs. 100%; p=0,14). Der beobachtete Trend zu günstigeren Ergebnissen bei Patienten mit nicht nachweisbarer ctDNA erfordert nach Ansicht der Autoren eine Validierung. Das ctDNA-Profiling sollte als nichtinvasives diagnostisches und prognostisches Instrument in der risikoadaptierten Behandlung von Patienten mit WT weiter erforscht werden, fordern sie. (ms)
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