Zivile Verteidigung in Deutschland: DGINA fordert Stärkung der Notfallstrukturen11. Februar 2026 Symbolfoto: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com Die DGINA Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin fordert eine gezielte Stärkung der Notfallstrukturen in Deutschland, um eine Handlungsfähigkeit in Krisenfällen zu gewährleisten. Zentrale Notaufnahmen würden im Krisen-, Katastrophen- und Verteidigungsfall eine Schlüsselrolle übernehmen – sowohl bei der Versorgung von Verletzten als auch bei der Koordination im Gesundheitssystem. Gleichzeitig arbeiteten viele Notaufnahmen bereits heute an ihrer Belastungsgrenze, heißt es in einem neuen Thesenpapier der Fachgesellschaft. „Notaufnahmen sind das Tor zum Krankenhaus und damit das Zentrum der medizinischen Lageführung“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. „Wenn diese Strukturen im Ernstfall funktionieren sollen, brauchen sie eine klare rechtliche Absicherung, verlässliche Finanzierung und eine bessere Vorbereitung auf außergewöhnliche Lagen.“ Notfallversorgung gesetzlich als „kritische Dienstleistung“ verankern Die DGINA fordert unter anderem, die Notfallversorgung gesetzlich ausdrücklich als kritische Dienstleistung zu verankern und finanziell abzusichern. Dazu gehören eine Vorhaltefinanzierung für Katastrophen- und Verteidigungsfähigkeit sowie die verbindliche Umsetzung und Finanzierung von Krankenhausalarm- und Einsatzplänen. Zudem spricht sich die Fachgesellschaft für bauliche und organisatorische Maßnahmen aus – etwa für gesicherte Kommunikationswege, Redundanzen, Dekontaminationskapazitäten und ein verbessertes Kapazitätsmanagement. Zudem sollen regelmäßige finanzierte Übungen die Zusammenarbeit von Klinikpersonal, Rettungsdiensten, Behörden, Hilfsorganisationen und Bundeswehr stärken und die beteiligten Akteure besser auf Krisen- und Verteidigungsszenarien vorbereiten. „Die prähospitale und klinische Notfallmedizin sind die tragenden Säulen der Akut- und Notfallversorgung der Bevölkerung“, heißt es in dem Papier, das die DGINA vorgelegt hat. Nur mit gezielter finanzieller Unterstützung und frühzeitiger Einbindung in die Planungen von Bund und Ländern könnten diese Strukturen auch in Krise und Krieg verlässlich handlungsfähig bleiben.
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