Zöliakie: Biopsiefreie Diagnose für ausgewählte Personen22. Oktober 2024 © weyo – stock.adobe.com (Symbolbild) Aktuelle internationale Leitlinien empfehlen zur Bestätigung der Zöliakie-Diagnose bei erwachsenen Patienten eine Duodenalbiopsie. Es gibt jedoch zunehmend Hinweise darauf, dass Immunglobulin-A(IgA)-Anti-Tissue-Transglutaminase(tTg)-Antikörperspiegel, die ≥10-mal über der oberen Normgrenze (ULN) liegen, eine genauere Vorhersage der Zöliakie ermöglichen und somit eine Biopsie überflüssig machen. Gesundheitsexperten haben nun eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse durchgeführt, um die Genauigkeit des biopsiefreien Ansatzes zur Bestätigung der Zöliakie-Diagnose zu bewerten. Hierfür durchsuchten sie die Literaturdatenbanken MEDLINE, EMBASE, Cochrane Library und Web of Science von Januar 1998 bis Oktober 2023 systematisch nach Studien, die über die Sensitivität und Spezifität von IgA-tTG-Werten ≥10×ULN vs. Duodenalbiopsien (Marsh-Grad ≥2) bei Erwachsenen mit Verdacht auf Zöliakie berichteten. Insgesamt wurden 18 Studien mit 12.103 Teilnehmern aus 15 Ländern einbezogen. Die gepoolte Prävalenz der durch Biopsie nachgewiesenen Zöliakie lag in den eingeschlossenen Studien bei 62% (95%-KI 40–83). Der Anteil der Patienten mit IgA-tTG-Werten ≥10×ULN betrug 32% (95%-KI 24–40). Die zusammengefasste Sensitivität von IgA-tTG-Spiegeln ≥10×ULN belief sich auf 51% (95%-KI 42–60), und die zusammengefasste Spezifität lag bei 100% (95%-KI 98–100). Weiterhin ergab die AUROC einen Wert von 0,83 (95%-KI 0,77–0,89). Zudem belief sich der positive Vorhersagewert der Methode ohne Biopsie zur Identifizierung von Zöliakiepatienten auf 65, 88, 95 bzw. 99%, wenn die Zöliakieprävalenz 1, 4, 10 bzw. 40% betrug. Die Heterogenität zwischen den Studien war mäßig (I2 =30,3%) und zusätzliche Sensitivitätsanalysen änderten diese Ergebnisse nicht wesentlich. Nur 1 Studie wies in allen Bereichen ein geringes Verzerrungsrisiko auf. Fazit Die Resultate dieser Metaanalyse legen nahe, dass ausgewählte erwachsene Patienten mit IgA-tTG-Werten ≥10×ULN und einer mittleren bis hohen Vortestwahrscheinlichkeit für Zöliakie auch ohne eine invasive Endoskopie und Duodenalbiopsie sicher und effizient diagnostiziert werden können. (bi) Autoren: Shiha MG et al. Korrespondenz: Mohamed G. Shiha; [email protected] Studie: Accuracy of the No-Biopsy Approach for the Diagnosis of Celiac Disease in Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis Quelle: Gastroenterology 2024;166(4):620–630. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.12.023
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