Zöliakie: Erhöhtes Risiko für Dünndarm-Adenokarzinome und Adenome17. Mai 2021 Foto: © Stockwerk-Fotodesign/stock.adobe.com Obwohl in der Vergangenheit bereits Assoziationen zwischen Zöliakie (CD) und Dünndarmkrebs festgestellt wurden, gab es diesbezüglich bisher keine detaillierten Studien an großen Kohorten. Diese Lücke hat eine aktuelle Untersuchung nun geschlossen. Mithilfe einer landesweiten schwedischen Kohortenstudie haben Forschende nun Daten von 28 schwedischen Pathologieabteilungen von allen Personen erhalten, die zwischen 1965 und 2017 eine CD-Diagnose erhielten. CD-PatientInnen, charakterisiert durch duodenale oder jejunale villöse Atrophie (Stadium 3 des Marsh-Scores), wurden mit bis zu 5 zufällig ausgewählten Referenzpersonen aus der Allgemeinbevölkerung gematcht. Mittels Cox-Regression wurden die HR für Dünndarm-Adenokarzinome (DAK), für Adenome sowie für neuroendokrine Tumore (NET) berechnet. Während einer medianen Nachverfolgungszeit von 11 Jahren identifizierten die StudienautorInnen 48.119 Personen mit CD (PatientInnen) und 239.249 Referenzpersonen. Beginnend 1 Jahr nach der CD-Diagnose erhielten 29 PatientInnen (0,06 %) die Diagnose eines DAK vs. 45 Referenzpersonen (0,02 %); 7 PatientInnen erhielten die Diagnose eines NET vs. 31 Referenzpersonen und bei 48 PatientInnen wurde ein Adenom diagnostiziert vs. 50 Referenzpersonen. Die entsprechenden HR betrugen für DAK 3,05 (95 %-KI 1,86–4,99), für NET 0,59 (95 %-KI 0,16–2,10) und für Adenome 5,73 (95 %-KI 3,70–8,88), wobei die HR unabhängig von Geschlecht und Alter waren. Es gab 1 zusätzlichen Fall von DAK bei allen 2944 PatientInnen mit CD, die über einen Zeitraum von 10 Jahren beobachtet wurden. Ein DAK wurde nur bei 1 von 6745 Personen (0,01 %) mit mukosaler Heilung vs. 5 von 2787 Personen (0,18 %) mit villöser Atropie gefunden (HR 0,18; 95 %-KI 0,02–1,61), wobei der HR-Wert keine statistische Signifikanz erreichte. Auf Grundlage der Analyse einer landesweiten Pathologie-Datenbank in Schweden ergibt sich somit, dass das absolute Risiko eines DAK bei Personen mit CD gering ist. Laut den AutorInnen ist aber das Risiko für DAK und Adenome (nicht aber für NET) bei Personen mit CD im Vergleich zu gesunden Referenzpersonen signifikant erhöht. (bi)
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