Zur Woche der Wiederbelebung: Reanimationsschulung von Lehrerinnen und Lehrern23. September 2022 In Hennef übten sich rund 100 Lehrerinnen und Lehrer in Wiederbelebungstechniken. Foto: ©Deutscher Rat für Wiederbelebung e.V.; GRC; www.grc-org.de Passend zur Woche der Wiederbelebung (19.-25.09.2022) konnten am Mittwoch über 100 Lehrerinnen und Lehrer unterschiedlichster Schulen aus dem Großraum Köln an der Gesamtschule Hennef Meiersheide in Wiederbelebungstechniken ausgebildet werden. Ein wichtiger Schritt um die Laienreanimationsquote in Deutschland zu erhöhen und um das neu erworbene Wissen danach dann an Schülerinnen und Schüler weiterzutragen. Die Bezirksregierung Köln Dezernat 48.05 in Kooperation mit den Unikliniken Köln (Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin) und Aachen sowie dem Deutschen Rat für Wiederbelebung organisierten diese Veranstaltung mit dem Ziel, den Schulen Unterstützung für eine konzeptionelle Umsetzung der Laienreanimation aufzuzeigen. „Wiederbeleben ist kinderleicht, auch für Erwachsene. Alles, was man braucht, sind zwei Hände. Jeder kann so ein Leben retten.“, erläutert Prof. Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln. Die Erhöhung der Laienreanimationsquote in Deutschland ist ein wichtiger Schritt, um das Überleben Betroffener nach einem Herz-Kreislaufstillstand, der hierzulande dritthäufigsten Todesursache, deutlich zu erhöhen. In Deutschland wird aktuell lediglich in ca. 42 Prozent der Fälle von umstehenden Laien geholfen, wohingegen die skandinavischen Länder Laienreanimationsquoten von 60 bis 80 Prozent erreichen. „Wären wir hier so weit wie die Skandinavier, dann würden bei uns jedes Jahr 10.000 Menschen zusätzlich überleben“, so Böttiger. Vom GRC wurde bereits im Jahr 2013 ein zweistündiger Kurs pro Schuljahr in Wiederbelebungstechniken für Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse entwickelt und veröffentlicht. Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen die Lehrkräfte entsprechend ausgebildet und geschult sein, denn diese geben – wie auch die Weltgesundheitsorganisation WHO es seit 2015 u.a. auf Anraten des GRC empfiehlt – die Wiederbelebungskenntnisse dann an ihre Schülerinnen und Schüler weiter. So etablierte der GRC 2019, nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase, einen modularen Lehrerausbildungskurs für den Wiederbelebungsunterricht in Schulen. Die Fortbildung in Hennef startete mit einer Einführung der Schulleiterin Diane Wiebecke und des Sportdezernenten der Bezirksregierung Köln Elmar Kugel sowie einem Vortrag von Professor Böttiger zum Thema Laienreanimation und dem Projekt „Kids save Lives“. Anschließend wurden zur konkreten Umsetzung des Wiederbelebungsunterrichts an Schulen Best-Practice-Beispiele u.a. aus dem Schulsanitätsdienst präsentiert. In Workshops, die auf die jeweiligen Schulformen ausgerichtet waren, konnten die Lehrerinnen und Lehrer sowohl selbst Wiederbelebungstechniken trainieren, als auch konkrete Konzepte und Anregungen zur praktischen Umsetzung des Reanimationsunterrichtes im Schulprogramm erhalten. Nach der Fortbildung erhielten zudem alle teilnehmenden Schulen einen Klassensatz Reanimationspuppen aus dem Projekt „Laienreanimation an Schulen in Nordrhein-Westfalen“, um die Laienreanimation in ihren Schulen zu vermitteln. „Die Laienreanimation kann in jeder Schulform umgesetzt werden und sollte im wiederkehrenden Turnus mindestens im Abstand von 2 Jahren wiederholt werden, damit die Schülerinnen und Schüler den Ablauf verinnerlichen und langfristig Berührungsängste abbauen“, erklärt Kugel, Sportdezernent der Bezirksregierung Köln. „Der Schulsport, der Biologieunterricht, Vertretungsstunden oder Projekttage bieten optimale Möglichkeiten, um die Laienreanimation an den Schulen flächendeckend zu etablieren!“ Thilo von Gahlen, Gesamtschullehrer und Koordinator Laienreanimation/Erste-Hilfe, freut sich über das große Interesse seiner Kolleginnen und Kollegen und die hohe Anmeldezahl für die Veranstaltung: „Es ist eine schöne Aussicht dies dann zukünftig flächendeckender auch über die Grenzen der Region hinaus in den Schulen umgesetzt zu sehen.“
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