Zusätzlicher Reifungsschritt schafft besondere dendritische Zellen für anti-virale Immunantworten28. August 2023 Darstellung einer dendritischen Zelle (Abbildung: © Artur/stock.adobe.com) Die für die Steuerung von Immunantworten wichtigen dendritischen Zellen müssen einen bestimmten Reifungsschritt machen, um besonders effektive Immunantworten hervorrufen zu können. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Dendritische Zellen – ihren Namen verdanken sie den unzähligen Verzweigungen ihrer Oberfläche – besiedeln weite Teile des menschlichen Körpers. Wenn sie einen Krankheitserreger oder eine Tumorzelle finden und aufnehmen, wandern sie in den Lymphknoten und lösen auf den Erreger beziehungsweise auf den Tumor angepasste Immunantworten aus. Somit sind dendritische Zellen zentrale Regulatoren des Immunsystems. Um die richtige Immunantwort auszulösen, verfügen dendritische Zellen über eine Vielzahl von Rezeptoren, die die Erreger erkennen sowie mit anderen Immunzellen interagieren. In den letzten Jahren stellte sich heraus, dass dendritische Zellen aus verschiedenen Untergruppen zusammengesetzt sind, die sich teils deutlich in ihren Funktionen unterscheiden. Eine dieser Untergruppen von dendritischen Zellen, auch konventionelle dendritische Zellen Typ I (cDC1) genannt, sind besonders wichtig für die Bekämpfung von Tumoren sowie bei Viruserkrankungen. Nun hat ein Team um Dr. Lukas Heger und Prof. Diana Dudziak vom Universitätsklinikum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) nachweisen können, dass die Zellpopulation der cDC1 eine heterogene Mischung aus verschiedenen Reifungsstadien darstellt. So gibt es cDC1, die durch einen zusätzlichen Reifungsschritt einen bestimmten Rezeptor (XCR1) auf der Oberfläche tragen und dadurch besondere Eigenschaften besitzen: Nur diese cDC1 produzieren Botenstoffe, die andere Immunzellen, wie natürliche Killerzellen, aktivieren. Diese Botenstoffe sind auch wichtig, um Körperzellen vor der Infektion mit Viren zu schützen. Durch die Identifizierung dieses Oberflächenmoleküls könnten mit zukünftigen Therapien gezielt die Zellen angesprochen werden, die besonders starke Immunantworten hervorrufen. Die Daten zeigen weiterhin, dass die unreifen dendritischen Zellen durch bestimmte Wachstumsfaktoren zu cDC1 mit vollen Effektorfunktionen differenziert werden können. Da die cDC1 in allen in der Studie untersuchten Geweben eine Mischung aus Vorläufer- und Effektorzellen darstellten, scheint dieser Differenzierungsvorgang ein ständig stattfindender Prozess im Körper zu sein, der von Erregern sowie von Tumorzellen negativ beeinflusst werden könnte. Sie könnten die Ausdifferenzierung verhindern – und somit eine starke Immunantwort. Solch eine negative Beeinflussung könnte neue Therapieansätze für verstärkte Immunantworten ermöglichen.
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