Zwei Forscherinnen mit dem Schellenberg Forschungspreis geehrt3. Oktober 2018 Preisverleihung des IRP Schellenberg Research Prize 2018 in Basel (v.l.n.r.): Prof. Andreas Steck, IRP, Philippe Boissonnas, IRP, Prof. Magdalena Götz, München, Prof. Claire Jacob, Fribourg, Prof. Theodor Landis, IRP. (© Urs Albrecht, Fribourg) Alle zwei Jahre verleiht die Internationale Stiftung für Forschung in Paraplegie (IRP) den mit 100.000 Schweizer Franken dotierten Schellenberg Forschungspreis. 2018 geht die Auszeichnung zu gleichen Teilen an die Neurobiologin Prof. Magdalena Götz vom Helmholtz Zentrum München sowie Prof. Claire Jacob von der schweizerischen Universität Freiburg. Prof. Magdalena Götz ist Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München sowie Lehrstuhlinhaberin des Instituts für Physiologische Genomik am Biomedizinischen Centrum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Seit Jahren beschäftigt sie sich mit den Gliazellen im Gehirn, denen man früher lediglich eine Stütz- und Ernährungsfunktion zuschrieb. Götz konnte jedoch zeigen, dass diese Zellen während der Entwicklung des Gehirns Stammzellen sind, aus denen sich alle möglichen unterschiedlichen Zellarten entwickeln – auch die Nervenzellen des Gehirns. Und die Arbeiten gehen weiter: Erst kürzlich gelang Götz und ihrem Team ein Durchbruch bei der direkten neuronalen Reprogrammierung. Im Versuchsmodell konnten sie mehr als 90 Prozent der behandelten Gliazellen in Nervenzellen umprogrammieren. Zudem konnten die Neurowissenschaftler im Versuchsmodell zeigen, dass transplantierte embryonale Nervenzellen zu gleichwertigen Mitgliedern eines bestehenden Nervennetzwerks heranwachsen und so die Aufgaben ihrer neuen Position vollständig übernehmen können. Langfristiges Ziel von Götz sind neue Behandlungsoptionen für Patientinnen und Patienten, deren Krankheiten auf geschädigten Nervenzellen beruhen. Prof. Claire Jacobs Labor setzt sich mit den Funktionen der myelinisierenden Zellen in der Regeneration des Nervensystems nach einer Verletzung auseinander. Das Team befasst sich vor allem mit den Möglichkeiten des Einsatzes der das Chromatin regulierenden Enzyme, um die Regeneration von Nervenzellen zu verbessern. Der im Zweijahresrhythmus vergebene IRP Schellenberg Forschungspreis ehrt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch wissenschaftliche Beiträge und Publikationen in renommierten Fachzeitschriften das Verständnis für Entwicklungs-, Läsions- und Regenerationsprozesse des Rückenmarks gefördert haben. Der Preis wurde 2003 ins Leben gerufen und erinnert an den 2001 verstorbenen Ulrich Schellenberg, Gründer der Züricher IFP Stiftung und Mitbegründer der IRP Stiftung in Genf.
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