Abbau beschädigter Lysosomen: Neuer Signalweg entschlüsselt8. April 2024 Foto: © Christoph-Burgstedt/stock.adobe.com Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben einen neuen Signalweg identifiziert, der zum Abbau von Lysosomen führt. Ihre Erkenntnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Molecular Cell“, könnten dazu beitragen, neue Ansätze für die Behandlung neurodegenerativer Krankheiten zu entwickeln. Lysosomen sind von einer Lipid-Doppelschicht umgeben, die das saure Milieu und die Verdauungs-Enzyme des Organells vom Zellplasma trennen. Schäden in dieser Schicht – lysosomale Membran-Permeabilisierungen (LMP) – können Entzündungen auslösen und bis zum Zelltod führen. Beim Menschen sind LMP besonders schädlich für Nervenzellen beim Älterwerden, bei einer Entzündung oder einem Trauma, denn Nervenzellen können sich nicht leicht regenerieren. Die absichtlich herbeigeführte LMP in Krebszellen kann allerdings auch eine Therapiemöglichkeit darstellen. Entscheidende Rolle des Proteins SPG20 Bei einem Membranschaden an einem Lysosom hat eine Zelle zwei Möglichkeiten: eine Reparatur zu versuchen oder das Organell unter sicheren Bedingungen aufzulösen. Wie diese Entscheidung getroffen wird, ist noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Prof. Hemmo Meyer an der Universität Duisburg-Essen haben gemeinsam mit Kollegen aus München und Mailand die Reaktion von Zellen auf Schäden an lysosomalen Membranen untersucht. Sie konnten einen bis dahin unbekannten Signalweg in menschlichen Zellen identifizieren, in dem das Protein SPG20 eine entscheidende Rolle spielt. Es erkennt Schäden an der äußeren Seite der Lysosomen-Membran, bindet an das poröse Organell und löst dessen Abbau aus, bevor die Membran reißt und das Überleben der Zelle gefährdet ist. „Unsere Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die zelluläre Reaktion auf Lysosomenschäden besser zu verstehen und neue Ansätze für die Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten zu entwickeln, die damit verbunden sind“, kommentiert Pinki Gahlot, Doktorandin in der Molekularbiologie. „Umgekehrt scheinen bestimmte Tumorzellen besonders anfällig für LMP zu sein – eine gezielte Blockade der entdeckten Faktoren könnte also eine Strategie für die Krebstherapie sein“, fügt sie hinzu. Wie die Zelle den nun entdeckten Signalweg steuert, um ihr eigenes Überleben zu sichern, will das Team in weiteren Studien erforschen. Dazu wird es neue HighTech-Geräte der zentralen Mikroskopie-Abteilung am Essener Campus nutzen.
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