Abdominale Adipositas kann zu schwereren Symptomen in den Wechseljahren führen

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Eine neue Studie, die auf Daten der US-amerikanischen „Study of Women’s Health Across the Nation“ basiert, legt nahe, dass abdominale Adipositas zu stärkerer Vergesslichkeit, Reizbarkeit und Nachtschweiß während der Wechseljahre führen kann.

Gewichtszunahme während der Wechseljahre ist häufig, wobei abdominale Adipositas besonders verbreitet und ungesund ist. Eine neue Studie, basierend auf Daten der „Study of Women’s Health Across the Nation“, ergab, dass abdominale Adipositas neben seinen negativen Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit auch die Schwere verschiedener Wechseljahresbeschwerden verstärken kann, darunter Vergesslichkeit, Reizbarkeit und Nachtschweiß. Die Ergebnisse wurden heute online in der Fachzeitschrift „Menopause“ der Menopause Society veröffentlicht.

Risiken abdominaler Adipositas

Abdominale Adipositas, von der schätzungsweise über 60 Prozent der Frauen in den Wechseljahren betroffen sind, bedeutet eine Ansammlung von viszeralem Fett. Dieses tiefliegende, aktive Fett umgibt die inneren Organe und setzt entzündungsfördernde Proteine und toxische Fettsäuren frei, die Insulinresistenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten verursachen können. Da der Östrogenspiegel während der Wechseljahre sinkt, neigen Frauen dazu, mehr Fett am Bauch als an den Hüften zu speichern, selbst wenn sich ihr Gesamtgewicht nicht verändert.

Trotz regionaler Unterschiede sowohl in den Adipositasmustern (z. B. höhere Raten in Amerika im Vergleich zu Asien) als auch in der Belastung durch Wechseljahresbeschwerden (z. B. stärkere Hitzewallungen bei afrikanischen Frauen) ist die Forschung zum Einfluss von abdominaler Adipositas auf diese Symptome weiterhin spärlich. Darüber hinaus untersuchten frühere Studien überwiegend einzelne Symptome und vernachlässigten dabei komplexe Wechselwirkungen zwischen den Symptomen (z. B. die Zusammenhänge zwischen Hitzewallungen, Angstzuständen, Schlafstörungen und Depressionen).

Die Netzwerkanalyse, die die Vernetzung von Symptomen untersucht, gewinnt in der Medizin zunehmend an Bedeutung. In dieser aktuellen Studie mit Daten von über 1.100 Frauen, die an der SWAN-Studie teilnahmen, verglichen Forschende mithilfe der Netzwerkanalyse die Symptomnetzwerkstrukturen von Frauen mit und ohne abdominaler Adipositas. Sie identifizierten abdominale Adipositas anhand des Taille-zu-Körpergröße-Verhältnisses.

Höhere Prävalenz und stärkere Ausprägung der Symptome

Auf Grundlage der Ergebnisse kamen die Forschenden zu dem Schluss, dass Frauen mit abdominaler Adipositas sowohl eine höhere Prävalenz als auch eine stärkere Ausprägung verschiedener Symptome sowie eine spezifische Symptomnetzwerkstruktur aufweisen.

Das Symptomnetzwerk unterschied sich je nach Vorliegen einer abdominalen Adipositas. Insbesondere berichteten Frauen mit abdominaler Adipositas häufiger und stärker über Schwindel, Hitzewallungen und Nachtschweiß als Frauen mit nicht-abdominaler Adipositas. Auch andere Symptome wie Schlafstörungen und Herzklopfen traten bei Frauen mit abdominaler Adipositas häufiger auf.

Aufgrund dieser beobachteten Unterschiede legen die Forscher nahe, dass eine Beurteilung der abdominalen Adipositas mithilfe des Taille-Größe-Verhältnisses dazu beitragen könnte, jene Frauen zu identifizieren, die voraussichtlich stärker von gezielten, netzwerkbasierten Interventionen profitieren als von einer bloßen isolierten Symptombehandlung.

„Eine ungewollte Gewichtszunahme während des Übergangs in die Menopause – insbesondere im Bauchbereich – zählt zu den am häufigsten beklagten Beschwerden; die stärkste Zunahme ist dabei in den Jahren unmittelbar vor der letzten Menstruationsperiode sowie in den ersten Jahren danach zu verzeichnen. Dies beeinträchtigt nicht nur das Selbstbild, sondern birgt auch negative gesundheitliche Risiken und geht – wie die Studie aufzeigt – zudem mit einer höheren Prävalenz und Schwere von Menopausensymptomen einher. Frauen frühzeitig über gesunde Lebensstilmaßnahmen zur Vorbeugung einer Gewichtszunahme in der Lebensmitte aufzuklären, ist von entscheidender Bedeutung, um das psychische und physische Wohlbefinden in dieser oft turbulenten Lebensphase zu verbessern“, erklärt Dr. Monica Christmas, stellvertretende medizinische Direktorin der Menopause Society.

(lj/BIERMANN)

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