Adipositas: Höheres Risiko für psychische Störungen bei den Nachkommen8. August 2024 Foto: © chrupka/stock.adobe.com Forscher der Oregon Health & Science University, USA, haben herausgefunden, dass erhöhte Adipositas während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für psychische Störungen bei den Nachkommen verbunden ist. Die in der Fachzeitschrift „Brain, Behavior, and Immunity“ veröffentlichte Studie untersuchte, ob die Konzentrationen von zwei wichtigen Hormonen, die mit der Fettmasse in Zusammenhang stehen – Adiponektin und Leptin – während der Schwangerschaft oder im Nabelschnurblut ein Indikator für psychische Störungen bei Säuglingen sein könnten. „Der Zusammenhang zwischen dem Stoffwechselzustand der gebärenden Eltern während der Schwangerschaft und der psychischen Gesundheit der Nachkommen ist relativ neu und es gibt nur sehr wenige Forschungsergebnisse, die diesen Zusammenhang erklären“, berichtet Prof. Elinor Sullivan, Hauptautorin der Studie. „Die Annahme ist, dass der Stoffwechselzustand die Umgebung im Mutterleib beeinflussen kann, was wiederum das Gehirn des Fötus und seine Entwicklung prägen kann“, fügt sie hinzu. „Die Identifizierung neuer Biomarker gibt uns die Möglichkeit, sehr früh vorherzusagen, welche Kinder einem Risiko für häufige psychische Störungen wie ADHS und Angstzustände ausgesetzt sind, sodass wir gezielte frühzeitige Interventionen durchführen können“, sagt sie weiter. Unter der Leitung von Sullivan sammelten Forscher Daten von einer Kohorte von mehr als 300 schwangeren Frauen und ihren Kindern, indem sie im zweiten Trimester Blutproben der Eltern und bei der Geburt eine Nabelschnurblutprobe entnahmen. Die Nachkommen wurden im Alter von sechs Monaten zur Untersuchung gebracht, woraufhin die Forscher standardmäßige Verhaltenstests durchführten, um Verhaltensweisen zur Regulierung von Emotionen zu untersuchen, die starke Indikatoren für das Risiko von psychischen Störungen im frühen Leben sind. Resultat der Untersuchung Die Ergebnisse zeigen laut den Wissenschaftlern, dass niedrigere Werte des Hormons Adiponektin im Blutkreislauf der Eltern und höhere Konzentrationen des Hormons Leptin im Nabelschnurblut neuartige Biomarker für das Risiko ihrer Nachkommen für psychische Störungen sein können. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Identifizierung von Risikokindern früher möglich sein könnte als gemeinhin angenommen – bei oder sogar vor der Geburt. In einem nächsten Schritt will das Forschungsteam nach eigenen Angaben Interventionen testen, die darauf abzielen, das Risiko für die psychische Gesundheit von Kindern zu verringern und Eltern während der Perinatalperiode zu unterstützen.
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