Aggressive Hirntumore präziser bestrahlen23. August 2023 Wie sich die Strahlentherapie aggressiver Hirntumoren durch eine kombinierte Bildgebung weiter verbessern lässt, untersucht ein europäisches Forschungsteam unter Freiburger Leitung. (Quelle: © Universitätsklinikum Freiburg) Mit 1,2 Millionen Euro fördert die Europäische Union ein internationales Projekt unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg zur Bestrahlung gefährlicher Hirntumore. Eine Kombination von PET- und MRT-Bildgebung soll mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg untersucht in der Studie MATTO-GBM, wie Glioblastome mit maximaler Intensität bestrahlt und umliegendes, gesundes Gewebe geschont werden kann. Dabei setzen die Forschenden auf eine erweiterte Bildgebung und Unterstützung durch Künstliche Intelligenz bei der Bildanalyse. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Horizon 2020-Programms über drei Jahre mit 1,2 Millionen Euro gefördert. „Wir hoffen, dadurch die Strahlenbehandlung von Patientinnen und Patienten mit Hirngliomen signifikant zu verbessern“, sagt die Leiterin des Forschungsprojektes, Prof. Anca-L. Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. Ärzte und Forscherinnen der Klinik für Strahlenheilkunde untersuchen seit vielen Jahren die Rolle der Bildgebung in der Strahlenbehandlung für Patienten mit Hirntumoren. Wichtige Einblicke in den Tumor Statt wie bisher meist nur Bilder aus dem Magnetresonanztomographen (MRT) zu verwenden, nutzt das Forschungsteam aus Spanien, Deutschland und Österreich in der aktuellen Studie auch auf die Positronen-Emissions-Tomographie(PET)-Bildgebung. „Wir wollen durch die Kombination aus MRT und PET die biologischen Eigenschaften der Tumore besser verstehen. Damit wird der Stoffwechsel im Tumor sichtbar und eine hochwirksame Bestrahlung besonders gefährlicher Tumoranteile möglich“, sagt die Physikerin Monserrat Carles Fariña, die sowohl in Valencia, Spanien, als auch am Universitätsklinikum Freiburg im Projekt aktiv involviert ist. Mit Künstlicher Intelligenz die Behandlung international vereinheitlichen Ein weiterer Fokus der Studie liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Sie hilft, den Tumor auf den Bildern genauer zu definieren und vorherzusagen, wann und wo er möglicherweise wieder auftreten könnte. Ein großes Ziel der Forscher ist die Schaffung eines frei zugänglichen digitalen Tools. Dieses soll es Krankenhäusern weltweit ermöglichen, die Therapie des Glioblastoms auf das individuelle Risikomuster von einzelnen Patienten abzustimmen und so die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen. Das Projekt bringt Spezialisten aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Radioonkologie, Nuklearmedizin, Neuroradiologie, Medizinphysik, Neuropathologie und Neurochirurgie zusammen.
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