Allergische Erkrankungen belasten die Psyche10. April 2018 © Mallivan – fotolia.com Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder allergisches Asthma erhöhen das Risiko der Betroffenen, an einer depressiven Störung zu erkranken, deutlich. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer. Das geht aus einer Meta-Analyse chinesischer Wissenschaftler hervor. Diese hatten 51 Studien mir mehr als 2,5 Millionen Teilnehmern ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen allergischen Erkrankungen und der psychischen Störung zu untersuchen. Eine entsprechende Relation wurde in jüngster Zeit immer wieder diskutiert, die Ergebnisse verschiedener Studien waren jedoch kontrovers. Wie die Meta-Analyse von Zhiyu Lu von der Universität Ningbo in China und Kollegen nun ergab, waren allergische Erkrankungen mit einem signifikant erhöhten Risiko für Depression (gepooltes Relatives Risiko [RR] 1,59, 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,48-1,71). Dieser Zusammenhang bestand sowohl für Patienten mit Asthma (RR 1,59, 95%-KI 1,46-1,74) als auch für solche mit allergischer Rhinitis (RR 1,57, 95%-KI 1,27-1,93). Analysen mit Daten von Untergruppen ergaben, dass sowohl Kinder (RR 1,66, 95%-KI 1,41-1,96) als auch Erwachsene (RR 1,58, 95%-KI 1,44-1,74) mit allergischer Erkrankung ein höheres Depressionsrisiko besaßen als Kontrollpersonen ohne allergische Beschwerden. Für Frauen (RR 1,65, 95%-KI 1,44-1,89) war dieser Zusammenhang deutlicher und damit signifikant, für Männer ergab sich nur ein Trend (RR 1,37, 95%-KI 0,98-1,91). Aufgrund des deutlichen Zusammenhangs zwischen allergischer Erkrankung und psychischer Belastung empfehlen die Wissenschaftler, die psychische Gesundheit von Allergikern stärker zu berücksichtigen und den Betroffenen mehr psychologische und psychotherapeutische Betreuung zukommen zu lassen.
Mehr erfahren zu: "Zusammenhang zwischen Atopie und Fehlbesiedelung des Dünndarms" Zusammenhang zwischen Atopie und Fehlbesiedelung des Dünndarms Allergien werden üblicherweise mit dem Immunsystem, genetischen Faktoren und Umweltfaktoren in Verbindung gebracht. Zunehmend rückt ein weiteres Element in diesem Puzzle in den Fokus: die Darmmikrobiota.
Mehr erfahren zu: "Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum" Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum Forschende aus China berichten in „ACS Nano“ von einer nicht invasiven Melanomtherapie in Form eines wärmeaktivierbaren Silikon-Patches. In Mausmodellen reduzierte das Pflaster die Melanomläsionen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
Mehr erfahren zu: "Ein bisschen Schmutz unterstützt die Bildung einer gesunden Immunität" Ein bisschen Schmutz unterstützt die Bildung einer gesunden Immunität Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen, mit Haustieren oder generell in ländlicher Umgebung aufwachsen, seltener an Allergien leiden. Was jedoch bisher nicht vollständig verstanden war, ist die […]