Alzheimer: Abnormale Proteine wandern vom Darm ins Gehirn7. Juli 2020 Foto: ©Anatomy Insider – stock.adobe.com Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass die Anreicherung fehlgefalteter Proteine im Darm zur Entwicklung von Alzheimer-ähnlichen Symptomen bei Mäusen beitragen könnte. Daraus könnte sich ein neuer Behandlungsansatz für die Alzheimer-Krankheit ergeben. Die Forscher an der Universität Hongkong, China, hatten fluoreszenzmarkiertes Beta-Amyloid in den Darm von Mäusen injiziert. Die fehlgefalteten Proteine wanderten in das Nervengeflecht des Darmes und fanden sich ein Jahr später in Teilen des Gehirns wieder, die an kognitiven Defiziten der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind, darunter der Hippocampus. Wenn ein Teil des Beta-Amyloids, das sich im zentralen Nervensystem ansammelt, von außerhalb des Gehirns (peripheres Nervensystem) stamme, könne eine Verringerung der Menge, die ins Gehirn gelangt, oder das Abfangen des Proteins in der Peripherie den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit verzögern, mutmaßen die Forscher. Diese Behandlung würde beginnen, bevor irgendwelche Anzeichen einer Demenz beim Patienten auftreten. Da die Studie an Mäusen durchgeführt wurde, muss sie verifiziert werden, indem nach postmortalen Veränderungen bei Entzündungen im Darm und Gehirn von Patienten mit Alzheimer-Demenz gesucht wird. Die Entwicklung medikamentöser Behandlungen der Alzheimer-Demenz war bisher erfolglos, sodass neue Ansätze zur Verhinderung der Alzheimer-Entwicklung benötigt. Ihre Studienergebnisse könnten ein neuen Weg zur Prävention der Krankheit eröffnen, indem die fehlgefalteten Proteine im Darm bekämpft werden, sind die Forscher optimistisch. “Dieses Konzept ähnelt dem Transport fehlgefalteter Proteine aus dem Darm, wie sie zum Beispiel für den Rinderwahnsinn verantwortlich sind. Wenn dies der Fall ist, könnte ein ähnlicher Prozess beim Menschen schon viele Jahre vor Manifestation der klassischen Kennzeichen der Alzheimer-Demenz einschließlich Gedächtnisverlust einsetzen, sodass auch die Präventionsstrategien früher beginnen müssten”, kommentierte der leitende Autor der Studie, John A. Rudd, kommentierte die Ergebnisse.
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