Am Herzen operierte Babys erholen sich mit Stickstoffmonoxid nicht besser30. Juni 2022 Eines von hundert Babys leidet an einem angeborenen Herzfehler. (Foto: Kispi Zürich) Bei Herzoperationen von Babys wird der Herz-Lungen-Maschine vermehrt Stickstoffmonoxid als Entzündungshemmer beigefügt. Nun zeigt sich in einer Studie von Forschenden der Universität Zürich und ihrer Partneruniversität Queensland: Die operierten Kinder erholen sich nicht besser, wenn Stickstoffmonoxid verwendet wird. Etwa eines von hundert Babys leidet an einem angeborenen Herzfehler, bei etwa der Hälfte dieser Kinder ist in den ersten Lebensjahren eine Herzoperation erforderlich. Dabei wird ein kardiopulmonaler Bypass eingesetzt. Kinder, die am Herz operiert wurden, leiden oft mehrere Tage lang an einer schweren Entzündung als Reaktion auf die Herz-Lungen-Maschine. Diese Entzündung schwächt das Herz und führt zu Organfehlfunktionen, sodass die Kinder auf der Intensivstation beatmet werden müssen. Um diese Nebenwirkungen zu vermeiden, wird die Beigabe von Stickstoffmonoxid in die Herz-Lungen-Maschine als vielversprechende Methode diskutiert. Gleich lange Beatmung nach der Operation Forschende der Universität Zürich, des Kinderspitals und der Partneruniversität Queensland in Australien haben nun untersucht, ob die Zugabe von Stickstoffmonoxid zu künstlichen Herz-Lungen-Maschinen den Beatmungsbedarf bei Kleinkindern nach einer Operation verringert. “An der randomisierten Studie nahmen 1371 Kinder in sechs Zentren für Kinderherzchirurgie in Australien, Neuseeland und den Niederlanden teil”, sagte Hauptautor Luregn Schlapbach vom Kinderspital Zürich. Es zeigte sich, dass die kleinen Patienten, die Stickstoffmonoxid erhielten, nach der Operation genauso lang beatmet werden mussten wie diejenigen ohne. Die Autoren der UZH und der University of Queensland kommen daher zu dem Schluss, dass die Verwendung von Stickstoffmonoxid im kardiopulmonalen Bypass die Erholung nach einer Herzoperation bei kleinen Kindern nicht verbessert. Weltweit größte Studie Nach Angaben der Forscher handelt es sich bei ihrer Untersuchung um die weltweit größte Interventionsstudie bei Kindern mit Herzfehlern. “Diese große Kohorte wird nun weiter analysiert – auch auf der Ebene der Genexpression –, um besser zu verstehen, wie in Zukunft die Behandlung weiter verbessert werden kann – auch im Hinblick auf personalisierte Medizin”, sagt Schlapbach. Darüber hinaus ist eine Folgestudie mit den untersuchten Kindern bis ins Schulalter geplant, um die langfristigen Auswirkungen der Stickoxidgas-Intervention zu verstehen.
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