Analatresie: Weltweit erstes 3-D-Modell entwickelt10. Dezember 2019 Foto: ©Nastasia Froloff – stock.adobe.com Rund eines von 5000 Kindern ist von einer Analatresie betroffen. Behoben werden kann diese angeborene Fehlbildung durch eine höchst komplexe Operation. Nun haben ForscherInnen der MedUni Wien das erste 3-D-Modell einer angeborenen Kloaken-Fehlbildung entwickelt, das sehr realistisch die endoskopische Methode der Zytoskopie zur Untersuchung und damit auch erstmals die Simulation einer echten Operation ermöglicht. Bei einer Analatresie muss die Analöffnung durch eine Operation rekonstruiert werden. Bei dem Eingriff wird die äußere oder innere Fistel verschlossen und die Analöffnung im Zentrum der Schließmuskulatur rekonstruiert. Je nach Fehlbildung muss ein künstlicher Dickdarm-Ausgang angelegt werden. Carlos A. Reck (Universitätsklinik für Chirurgie, Klinische Abteilung für Kinderchirurgie), Ewald Unger (Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik) und Azadejh Hojreh haben nun aus den computertomographischen Daten einer echten Fehlbildung ein 3-D-Modell rekonstruiert, an dem die schwierige Operation erstmals realitätsnah trainiert werden kann. „Der Vorteil dieses Modells ist es, dass es KinderchirurgInnen und KinderurologInnen erlaubt, die Technik der Zystoskopie und der inneren Strukturidentifikation zu üben. In Zukunft könnte man Modelle anwenden, um diese seltene Erkrankung den Chirurgen nicht nur anzutrainieren, sondern die Operation auch patientenspezifisch vor dem ersten Eingriff zu üben. Das wird eine sehr positive Wirkung auf das Outcome der Betroffenen haben“, betont Reck. Je präziser die Operation, desto besser die Aussichten der PatientInnen – das sollte sich durch die Trainingseinheiten am 3-D-Modell künftig noch verbessern und verhindern, dass die Betroffenen zum Beispiel inkontinent bleiben oder unfruchtbar sind.
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