Angehörigenfreundliche Intensivstationen am UKSH zertifiziert30. März 2026 Das Team am UKSH Campus Kiel freut sich über die Zertifizierungen der DGF. (Foto: ©UKSH) Intensivstationen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck wurden mit dem Zertifikat „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) ausgezeichnet. Die DGF bescheinigt den Pflegeteams, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Rolle der Angehörigen für Intensivpatientinnen und -patienten in die Praxis umzusetzen. Kriterien der Zertifizierung sind offene Besuchszeiten, eigene Warteräume für Angehörige, Unterstützungsangebote und die bewusste Einbindung in den Versorgungsprozess. Diese Maßnahmen sollen den Angehörigen das Gefühl geben, willkommen zu sein. Das schließt auch die Besuche von Kindern ein, die altersgerechte Flyer oder Malbücher erhalten und eng begleitet werden. Am Campus Kiel wurden aktuell sechs Stationen zertifiziert. Dazu zählen die Kliniken für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Herzchirurgie, Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie sowie für Neonatologie, Kinderpneumologie und Neuropädiatrie. Am Campus Lübeck erhielt bereits Anfang des Jahres das Team der A.311/A312 der Interdisziplinären Konservativen Intensivmedizin die Auszeichnung. Weitere Stationen stehen laut UKSH kurz vor der Zertifizierung. Am UKSH Campus Lübeck wurde das Team der A.311/A312 der Interdisziplinären Konservativen Intensivmedizin ausgezeichnet. (Foto: ©UKSH) „Angehörige und andere Bezugspersonen bedürfen der Fürsorge, brauchen verständliche Informationen und Hilfen, um die Krise gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten bewältigen zu können“, verdeutlicht PD Dr. Peter Nydahl. Nydahl ist Pflegewissenschaftler und Krankenpfleger am Campus Kiel. Er ergänzt: „Wenn sich diese Bezugspersonen willkommen fühlen, können sie besser mit der Situation klarkommen, die Erkrankten unterstützen und mit uns zusammenarbeiten.“ Auch die Patientinnen und Patienten profitieren: Eine familienzentrierte Versorgung trägt zur Genesung bei und mindert das Risiko für Delir. „Die Zertifizierung macht sichtbar, was unsere tägliche Arbeit auszeichnet: eine Intensivpflege, die Nähe zulässt, Orientierung gibt und Menschen in einer Ausnahmesituation auffängt“, sagt Sverrir Möller. Er ist stellvertretende pflegerische Teamleitung der A.311/A.312 am Campus Lübeck. Vorgesehen ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Die Zertifizierung ist zwei Jahre gültig. Für eine anschließende Rezertifizierung ist die Entwicklung weiterer Angebote für Bezugspersonen und Familien nötig.
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