ANOA kritisiert MDK Hessen wegen auffälliger Änderungen der Abrechnungspraxis12. November 2019 Matthias Psczolla (Foto: privat) In einer Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer Akut-Kliniken (ANOA) reagiert diese auf eine sprunghaft angestiegene Ablehnungsquote des MDK in Kassel. Nachdem 2017 bereits eine ANOA Klinik in Flörsheim / Hessen wegen einer nicht regelgerechten MDK-Struktur- und Fallbegutachtungsserie des MDK Südhessen und damit verbundenen Rückverrechnung der Kassen insolvent wurde, gibt es laut ANOA derzeit weitere auffällige Änderungen der Abrechnungspraxis desselben MDK. So habe die DRK Klinik in Kassel über eine abrupte Änderung der Ablehnungsquote stationärer und tagesklinischer Komplexbehandlungen von bisher drei Prozent auf aktuell über 90 Prozent berichtet, nachdem die Zuständigkeit für die Prüfungen vom MDK Kassel auf den MDK Darmstadt übertragen wurde. „Wir sind in Sorge, dass von einzelnen Vertretern des MDK Hessen willkürlich Prüf- und Beurteilungskriterien – also Strukturkriterien und Abrechnungsregeln – festgelegt und angewandt werden, die nicht mehr mit den gesetzlichen Bestimmungen und den durch das DIMDI festgelegten Kriterien übereinstimmen. Behandlungsindikationen für stationäre Komplexbehandlungen werden in Frage gestellt, ebenso Kriterien für Behandlungsmethoden und Behandlungszeiten interdisziplinärer stationärer Behandlungen”, so der ANOA-Geschäftsführer Dr. Matthias Psczolla. Die Beurteilungspraxis widerspräche in diesen Fällen ethischen Grundprinzipien der Medizin und zudem häufig auch den mit dem MDK konsentierten Beurteilungskriterien (SEG-4 Konsenspapiere OPS 8-977 und 8-918) sowie vereinzelt gesetzlichen Vorgaben. „Die ANOA ist besorgt über diese Entwicklung, die die Zukunft der nicht operativen Schmerz- und Komplexbehandlung in Deutschland gefährdet“, warnt ANOA-Geschäftsführer Psczolla und forderte die Kassen und den MDK dazu auf, die Prüfquoten und die Vorgehensweisen einzelner MDK-Mitarbeitenden kritisch zu überprüfen.
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