Aquablation im Vergleich zur einfachen Prostatektomie bei Drüsen über 80 Gramm17. Juni 2025 Wie schneidet die Aquablation (Aqua) im Vergleich zur einfachen Prostatektomie (SP) bei Prostatae >80 g ab? Das haben US-Urologen anhand von Daten des Corewell Health William Beaumont University Hospital in Royal Oak (Michigan, USA) retrospektiv untersucht. Es zeigte sich, dass beide Methoden bei unterschiedlichen Parametern Vorteile haben. Aqua ist eine neuartige Technik zur Behandlung der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) und von Symptomen der unteren Harnwege mittels fokussiertem Wasserstrahl. David Gangwish und Kollegen verglichen diese in ihrer Publikation mit der SP und analysierten funktionelle Ergebnisse bezüglich des Harntraktes, unerwünschter Ereignisse (UE) und Wiederbehandlungsraten. Die Daten stammten von insgesamt 172 Patienten, die sich von 2017–2023 einer offenen/roboterassistierten SP oder Aqua wegen einer BPH mit Prostatavolumen >80 ml unterzogen. 111 erhielten eine Behandlung mit Aqua und 61 mit SP. Die erhobenen Daten umfassten Bluttransfusionen, UE, Wiederbehandlungsraten, postoperative Medikamenteneinnahme und den International Prostate Symptom Score (IPSS) mit Lebensqualitätsindikator. Um Unterschiede bei den Basismerkmalen, einschließlich der Prostatagröße, zu berücksichtigen, wendeten die Autoren eine inverse Gewichtung der Behandlungswahrscheinlichkeit (IPTW) an. Für den Vergleich verwendeten sie den exakten Test nach Fisher und eine Varianzanalyse, angegeben als Beta (B) für kontinuierliche Variablen und Odd Ratios (OR) für kategoriale Variablen mit 95%-Konfidenzintervallen (KI). Die Gruppen waren hinsichtlich des Body-Mass-Index gut aufeinander abgestimmt (Aqua 28,77 vs. SP 28). Aqua-Patienten waren älter (73,04 vs. 68,89), hatten eine kleinere Prostata (135,46 vs. 186,53 ml) und einen geringeren präoperativen Harnverhalt (21,8% vs. 47,5%). SP schnitt im 1-Jahres-IPSS besser ab als Aqua (B=-3,4; 95%-KI -5,7 bis -1,1; p=0,005), während die Lebensqualität vergleichbar war (B=-0,46; 95%-KI -1,3 bis 0,33; p=0,2). SP-Patienten setzten postoperativ seltener die Einnahme von Alphablockern fort (B=-0,27; 95 %-KI -0,39 bis -0,41; p=0,001). Bei SP waren höhere Bluttransfusionsraten (OR=4,22; 95%-KI 1,64–13,2; p=0,006), längere Krankenhausaufenthalte (B=1,7; 95 %-KI 1,0–2,4; p<0,001) und längere Operationszeiten (B=119, 95%-KI 101–135; p<0,001) zu verzeichnen. Die Nachbehandlungsraten waren nach SP niedriger (OR=0,46; 95%-KI 0,23–0,87; p=0,019). Hinsichtlich der UE unterschieden sich die beiden Verfahren nicht signifikant (p=0,8). (ms)
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