Artenreicheres Darmmikrobiom nach Hausgeburten6. November 2018 Foto: © kieferpix/Fotolia Kinder, die zuhause geboren werden, weisen offenbar eine größere Vielfalt von Organismen in Darm und Fäzes auf, wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht. Dies hat möglicherweise Folgen für ihr sich entwickelndes Immunsystem und ihren Stoffwechsel. Das Wissen darum, warum Kinder nach einer Hausgeburt im Vergleich zu jenen, die im Krankenhaus zur Welt kommen, für mindestens einen Monat nach der Geburt ein vielfältigeres Mikrobiom aufweisen, könnte der Prävention von Erkrankungen im späteren Leben dienen. „Die Gründe für diese Unterschiede zwischen daheim und im Krankenhaus geborenen Kindern ist nicht bekannt“, sagt Seniorautorin Maria Gloria Dominguez-Bello von der Rutgers University. „Wir vermuten, dass viele der im Krankenhaus durchgeführten Maßnahmen, wie das Baden Neugeborener und eine Antibiotikaprophylaxe für die Augen oder Umweltfaktoren – wie die aseptische Umgebung im Krankenhaus – dabei eine Rolle spielen könnten“, ergänzt die Mikrobiologin. Für die Studie beobachteten die Forscher Säuglinge und deren Mütter nach der Geburt einen Monat lang. In heimischer Umgebung wurden 14 Kinder geboren (4 davon im Wasser), 21 im Kreißsaal. Alle 35 Kinder wurden vaginal zur Welt gebracht, ohne irgendwelche Interventionen – auch ohne eine Antibiose seitens der Mutter – und wurden ausschließlich gestillt. Bei allen Geburten half eine Hebamme, die die Mutter unterstützte, und alle Mütter hatten nach der Niederkunft Hautkontakt mit ihren Kindern. Sie begannen mit dem Stillen kurz nach der Geburt. In einer Analyse anhand eines Modelles mit humanen Epithelzellen in Stuhlproben der einen Monat alten im Krankenhaus geborenen Kinder zeigte sich eine stärkere Expression inflammatorischer Gene als bei den Hausgeburten. Es müsse zwar zu diesem Thema noch weiter geforscht werden, doch ließen die Ergebnisse die Schlussfolgerung zu, dass eine Umgestaltung der Krankenhausumgebung für Geburten ohne erhöhtes Komplikationsrisiko – sodass sie heimischen Bedingungen eher entspricht – möglicherweise vorteilhaft wäre.
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