ASH 2025: Teclistamab plus Daratumumab deutlich besser als übliche Zweitlinientherapien beim r/rMM

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In der MajesTEC-3-Studie hatten Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom (r/rMM), die Teclistamab plus Daratumumab erhielten, eine um 83 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für Progressionsfreiheit, verglichen mit jenen, die eine Standard-Zweitlinientherapie erhielten.

Laut den Ergebnissen, die als LBA-6 auf der 67. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) vorgestellt wurden, betrug die mediane Nachbeobachtung fast 35 Monate. Die Tagung fand vom 6.−9.12.2025 in Orlando, USA, statt.

Teclistamab ist ein bispezifischer monoklonaler Antikörper. Die Studie ist die erste, die einen solchen Antikörper bereits beim ersten Rezidiv nach der initialen Behandlung eines Multiplen Myeloms testet. Basierend auf den Ergebnissen legen die Forscher nahe, dass die Kombination von Teclistamab und Daratumumab, bekannt als Tec-Dara, einen neuen Therapiestandard für das r/rMM darstellen könnte.

Ein derart großer Nutzen kam unerwartet

„Wir waren von den Wirksamkeitsdaten überrascht, da wir einen so großen Nutzen nicht erwartet hatten“, erklärte die leitende Studienautorin Prof. María-Victoria Mateos von der Universität Salamanca in Spanien. „Dies sind die besten Daten, die wir bisher bei Patienten mit r/rMM nach einer einzigen Therapielinie gesehen haben. Die Patienten leben insgesamt länger und ohne Verschlechterung ihrer Lebensqualität.“

Teclistamab ist von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung des r/rMM nach mindestens vier vorangegangenen Therapielinien zugelassen. Daratumumab zielt auf das Protein CD38 ab und ist für die Anwendung in Kombination mit anderen Therapien beim neu diagnostizierten MM und beim r/rMM zugelassen. Laborstudien hatten nahegelegt, dass Teclistamab und Daratumumab synergistisch wirken und den Krebs effektiver bekämpfen können als die einzelnen Wirkstoffe.

Vergleich mit üblichen Triplett-Therapien

Um diese Hypothese zu überprüfen, randomisierten Forscher 587 Patienten mit r/rMM entweder für die Tec-Dara-Gruppe oder für eine Gruppe mit Standard-Zweitlinientherapien. Bei den Patienten der Kontrollgruppe wählten die behandelnden Ärzte zwischen zwei Standard-Dreifach-Kombinationstherapien, bestehend aus Daratumumab und Dexamethason plus entweder Pomalidomid oder Bortezomib (bekannt als DPd bzw. DVd).

Das mediane Alter der Studienteilnehmer betrug 64 Jahre (Spanne 25–88). Alle Patienten wiesen nach ein bis drei Vortherapien ein r/rMM auf. Die Teilnehmer setzten ihre zugewiesene Therapie fort, sofern keine nicht tolerierbaren Nebenwirkungen auftraten. Die mediane Nachbeobachtung betrug fast 35 Monate.

Deutlicher PFS-Vorteil in allen Subgruppen

Die 36-Monats-Rate des PFS, der primäre Endpunkt der Studie, wurde bei 83,4% der mit Tec-Dara behandelten Patienten und bei 29,7% der mit DPd/DVd behandelten Patienten erreicht – ein deutlicher Vorteil für Tec-Dara. Dieser Vorteil zeigte sich konsistent in allen Patientensubgruppen, stratifiziert nach Alter, Vorbehandlung, Tumorgenetik und anderen Faktoren.

Die Kombination aus Tec und Daratumumab erwies sich nicht nur als hochwirksame Behandlung des r/rMM bereits beim ersten Rezidiv, sondern könnte laut Forschern auch leichter zugänglich sein als andere Zweitlinientherapien, da sie nicht nur in Universitätskliniken, sondern auch in ambulanten Einrichtungen verabreicht werden könne.

Viel höhere Rate an MRD-Negativität

Tec-Dara war DPd/DVd hinsichtlich der sekundären Wirksamkeitsendpunkte der Studie sowie der Lebensqualität überlegen und wies ein mit der Kontrollgruppe vergleichbares Sicherheitsprofil auf. Patienten, die Tec-Dara erhielten, erreichten signifikant häufiger eine CR oder besser (81,8% vs. 32,1% in der Kontrollgruppe). Auch die Wahrscheinlichkeit eines negativen Tests auf eine minimale Resterkrankung (MRD) war bei ihnen höher: 58,4% der Patienten in der Tec-Dara-Gruppe erreichten eine MRD-Negativität vs.17,1 % in der Kontrollgruppe. Das Gesamtüberleben war im Tec-Dara-Arm ebenfalls höher: 83,3% der Patienten in dieser Gruppe lebten nach 36 Monaten noch vs. 65,0% im Kontrollarm.

Häufigkeit der Nebenwirkungen vergleichbar, mehr Infektionen mit Tec-Dara

Die Ergebnisse zeigten vergleichbare Raten an unter der Therapie auftretenden unerwünschten Ereignissen: 95,1% der Patienten im Tec-Dara-Arm und 96,6% im Kontrollarm erlitten unerwünschte Ereignisse von Grad 3/4. Auch die Raten schwerwiegender unerwünschter Ereignisse und Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse seien in beiden Gruppen vergleichbar gewesen, berichteten die Forscher.

Infektionen traten in der Tec-Dara-Gruppe häufiger auf (96,5% vs. 84,1% in der Kontrollgruppe). Schwerwiegendere Infektionen nahmen im Studienverlauf ab, und die Strategien zur Infektionsbehandlung verbesserten sich ebenfalls. Ein leichtes Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) war ebenfalls häufig (Grad 1/2) und trat bei 60,1% der mit Tec-Dara behandelten Patienten auf.

Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass Patienten mit einer Daratumumab-Resistenz nicht eingeschlossen wurden. Allerdings hatten einige Patienten (5%) Daratumumab im Rahmen ihrer Erstlinientherapie erhalten und profitierten gleichermaßen von der Tec-Dara-Kombination.

Mateos merkte an, dass künftige Studien dazu beitragen könnten, die Patientenauswahl für die Tec-Dara-Kombination im Vergleich zu anderen Therapien zu optimieren. Studien mit anderen Kombinationen bispezifischer Antikörper laufen bereits und könnten weitere Erkenntnisse zum optimalen Einsatz solcher Kombinationen bereits beim ersten Rezidiv liefern.

Referenz: LBA-6: Phase 3 randomized study of teclistamab plus daratumumab versus investigator’s choice of daratumumab and dexamethasone with either pomalidomide or bortezomib (DPd/DVd) in patients (Pts) with relapsed/refractory Multiple Myeloma (RRMM): Results of MajesTEC-3