Atherosklerose im Gehirn – Ein unabhängiger Risikofaktor für Demenz28. November 2024 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Studien über den neurovaskulären Beitrag zur Demenz haben sich weitgehend auf die Erkrankung kleiner Zerebralgefäße (CSVD) konzentriert. Die Rolle der intrakraniellen Atherosklerose (ICAD) in der Allgemeinbevölkerung war bislang unbekannt. Unter Leitung von Bruce A. Wasserman von der Johns Hopkins Universität in Baltimore (USA) analysierte eine Forschungsgruppe MRT-Untersuchungen des Gehirns von 1980 schwarzen und weißen Teilnehmern der ARIC-Studie (Durchschnittsalter 77,4 ±5,2 Jahre), einer prospektiven Kohorte, die in 4 US-amerikanischen Gemeinden durchgeführt wurde. Die MRT-Untersuchungen wurden zwischen 2011 und 2013 vorgenommen und umfassten hochauflösende Aufnahmen der Gefäßwände sowie eine Bildgebung zur Identifizierung von ICAD. Dabei wurde eine ICAD bei 34,6% der Studienteilnehmer festgestellt. Im Ergebnis wurden 1590 Studienteilnehmer ohne Demenz und ohne fehlende Kovariaten sowie mit ausreichender Qualität der MRT-Bilder bis zum Jahr 2019 nachverfolgt. Im medianen Nachbeobachtungszeitraum von 5,6 Jahren entwickelten 286 Probanden eine Demenz. Die Forscher bewerteten die Assoziationen zwischen ICAD und neu auftretender Demenz anhand von Cox-Proportional-HRs, die sie für CSVD (gekennzeichnet durch Hyperintensitäten der weißen Substanz, Lakunärinfarkte und Mikroblutungen), APOE4-Genotyp und kardiovaskuläre Risikofaktoren anpassten. Im Vergleich zu Teilnehmern ohne ICAD betrugen die vollständig bereinigten HRs für das Auftreten einer Demenz bei Teilnehmern mit jeglicher ICAD, mit ICAD, die nur eine Stenose ≤50% verursacht, und mit ICAD, die eine Stenose >50% in ≥1 Gefäß verursacht, 1,57 (95%-KI 1,17–2,11), 1,41 (95%-KI 1,02–1,95) bzw. 1,94 (95%-KI 1,32–2,84). ICAD war selbst bei Teilnehmern mit geringer Hyperintensität der weißen Substanz, einem Marker für CSVD, mit Demenz assoziiert, heben die Studienautoren hervor. Fazit Den Forschungsergebnissen zufolge scheint die intrakranielle Atherosklerose einen wichtiger – und von der CSVD und kardiovaskulären Risikofaktoren unabhängigen – Beitrag zur Entwicklung einer Demenz zu leisten. (ah) Autoren: Zhao D et al. Korrespondenz: Bruce A. Wasserman; [email protected] Studie: Intracranial Atherosclerotic Disease and Incident Dementia: The ARIC Study (Atherosclerosis Risk in Communities) Quelle: Circulation 2024;150(11):838–847. Web: https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.123.067003
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