Aufatmen dank kombinierter Behandlungsmethoden

Gesund werden im Schlaf: Das „Interdisziplinäre Schlafmedizinische Zentrum“ der Philipps-Universität Marburg erforscht in einem neuen Projekt, wie sich chronische Lungenkrankheiten mit geringeren Medikamentendosen behandeln lassen als bisher.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützt das Vorhaben mit 1,3 Millionen Euro aus seiner Fördermaßnahme „Neue Therapieoptionen durch innovative Medizintechnik zur Behandlung chronischer Erkrankungen“.

„Das geplante Verfahren kombiniert Inhalation und nasale Staudruckbeatmung“, erläutert Prof. Ulrich Köhler, der das Marburger Schlafmedizinische Zentrum leitet. Dabei soll der Schlaf als Therapiephase optimal genutzt werden. „Mit dem Konzept ‚long-time/low-dose‘ soll es künftig möglich sein, geringere Medikamentendosen über längere Zeiträume gezielt und intelligent zu applizieren“, führt der Mediziner aus.

Durch die verbesserte Erreichbarkeit der kleinen Atemwege mittels Staudruck können Medikamente sehr viel effektiver an den Ort des eigentlichen Geschehens gebracht werden, etwa zur Atemwegserweiterung, zur Befeuchtung der Schleimhaut, zur Verflüssigung des Schleims sowie zur gezielten Einbringung von inhalativen Antibiotika. 

„In einem ersten Schritt wird das System als Langzeit-Sole-Inhalator entwickelt“, legt Köhler dar; „perspektivisch soll die neue Darreichungsform auch für andere Wirkstoffe und Erkrankungen eingesetzt werden“. Beteiligt sind neben dem Schlafmedizinischen Zentrum die ThoraTech GmbH aus Gießen sowie die Activoris Medizintechnik GmbH aus Gemünden/Wohra.

Quelle: Philipps-Universität Marburg, 20.10.2017
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