Auswirkung von Genussmitteln auf das Migränerisiko8. Juli 2022 © hedgehog94 – stock.adobe.com (Symbolbild) Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm, Schweden, und der Harvard Medical School in Boston, USA, haben in einer Mendelschen Randomisierungsstudie untersucht, ob Alkohol- und Kaffeekonsum sowie Rauchen kausal mit dem Migränerisiko verbunden sind. Als instrumentelle Variablen wählten Shuai Yuan und Kollegen unabhängige Einzelnukleotid-Polymorphismen aus, die in groß angelegten genomweiten Assoziationsstudien mit p<5×10-8 mit den potenziellen Risikofaktoren in Verbindung gebracht worden waren. Um zu bestimmen, ob diese mit einer Migräne assoziiert sind, werteten sie zusammenfassend die Daten des FinnGen-Konsortiums (6687 Fälle und 144.780 Nicht-Fälle) und der UK Biobank-Studie (1072 Fälle und 360.122 Nicht-Fälle) aus. Hierbei fanden die Forscher Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen genetisch bedingtem Alkoholkonsum (OR 0,54/SD-Anstieg der log-transformierten alkoholischen Getränke/Woche; 95%-KI 0,35–0,82; p=0,004), Kaffeekonsum (OR 0,56/50% Anstieg des Kaffeekonsums; 95%-KI 0,45–0,70; p<0,001) und dem Beginn des Rauchens (OR 1,15 für einen Anstieg der Prävalenz des Beginns des Rauchens um 1 SD; 95%-KI 1,01–1,31; p=0,038). Diese Assoziationen blieben auch in Sensitivitätsanalysen bestehen. Die Analyse mit umgekehrter Mendelscher Randomisierung ergab, dass die genetische Anfälligkeit für Migräne invers mit dem Alkoholkonsum assoziiert ist, nicht aber mit dem Kaffeekonsum oder dem Beginn des Rauchens. Fazit Die Studienergebnisse liefern auf genetischer Basis Evidenz für eine schützende Rolle von moderatem Kaffeekonsum und eine schädigende Rolle des Zigarettenrauchens bei der Ätiologie der Migräne. Weiterhin gab es einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Migränerisiko, welcher auf eine umgekehrte Kausalität zurückzuführen sein könnte. (ah) Autoren: Yuan S et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Alcohol, coffee consumption, and smoking in relation to migraine: a bidirectional Mendelian randomization study Quelle: Pain 2022;163(2):e342–e348. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002360
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