Barrett-Ösophagus: Genomisches Signal sagt Speiseröhrenkrebs voraus25. Februar 2021 © Krakenimages.com – stock.adobe.com (Symbolbild) In jüngster Zeit wurde gezeigt, dass die Krebsentstehung mitunter sehr lange dauern kann, wobei Aneuploidie- und Treibergenmutationen der Diagnose um viele Jahre vorausgehen. Ein Forscherteam um Sarah Killcoyne von der University of Cambridge, Großbritannien, widmete sich nun der Frage, ob diese genomischen Signale zur Früherkennung und vorbeugenden Krebsbehandlung verwendet werden können, wobei die neoplastische Vorläuferläsion Barrett-Ösophagus als Beispiel dient. Die Wissenschaftler führten eine flache Sequenzierung des Gesamtgenoms von 777 Biopsien durch. Das kostengünstige „Shallow Whole Genome Sequencing“ wurde zur Identifizierung von Kopienzahlaberrationen in Tumorproben optimiert. Die Biopsien wurden von 88 Patienten über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren genommen, deren Barrett-Ösophagus überwacht wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass genomische Signale bereits 10 Jahre vor der histopathologischen Transformation zwischen progressiver und stabiler Erkrankung unterscheiden können. Diese Ergebnisse konnten die Autoren an 2 unabhängigen Kohorten aus 76 und 248 Patienten validieren. Diese Methoden seien kostengünstig und auf klinische Standard-Biopsieproben anwendbar, unterstreichen Killcoyne und ihre Kollegen. Fazit Im Vergleich zu den aktuellen Managementrichtlinien, die auf der Histopathologie und dem klinischen Erscheinungsbild basieren, ermöglicht die genomische Klassifizierung eine frühere Behandlung von Hochrisikopatienten sowie eine Reduktion der unnötigen Behandlung und Überwachung von Patienten, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie an Krebs erkranken. (sf) Autoren: Killcoyne S et al. Korrespondenz: Moritz Gerstung; [email protected] Studie: Genomic copy number predicts esophageal cancer years before transformation Quelle: Nat Med 2020;26(11):1726–1732. Web: https://doi.org/10.1038/s41591-020-1033-y
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