Beckenorganprolaps: Operation und Netz mit guten Ergebnissen nach einem Jahr9. Juni 2026 Beckenorganprolaps (Symbolbild). Grafik: Tyler – stock.adobe.com Sowohl die roboterassistierte sakrale Hysterokolpopexie (RASC) als auch ein vaginales Netzimplantat sind sinnvolle chirurgische Behandlungen für Patientinnen mit Beckenorganprolaps, wie eine aktuelle Studie zeigt. Beide Verfahren führen demnach zu einer signifikanten Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HR-QoL) und einem Gewinn an qualitätsadjustierten Lebensjahren (QALYs) nach einem Jahr, ohne dass ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Operationen besteht. Über die Studie berichtet ein Forscherteam um Erstautor Georgios Poutakidis vom Karolinska Institutet (Schweden) im „International Urogynecology Journal“. Ziel war es, die QALYs ein Jahr nach RASC mit denen nach der Behandlung eines durch das Uphold™-Verfahren zu vergleichen. Es handelte sich um eine Sekundäranalyse einer zuvor veröffentlichten Kohortenstudie. Insgesamt 65 Patientinnen, die eine RASC erhielten, und 71 Patientinnen, die sich dem Uphold™-Verfahren unterzogen, füllten die 15-dimensionalen (15D) und die fünfdimensionalen dreistufigen (EQ-5D-3L) Fragebögen zur Messung der HR-QoL aus. Alle Patientinnen wiesen einen symptomatischen und anatomischen Scheidenstumpfprolaps (POP-Q-C-Stadium ≥II) mit oder ohne weitere Scheidenwanddefekte auf. Indexwerte verbesserten sich in beiden Gruppen Die mittleren Indexwerte des 15D- und des EQ-5D-3L-Scores verbesserten sich vom präoperativen Zeitpunkt bis 1 Jahr nach RASC, und zwar von 0,88 ± 0,10 auf 0,90 ± 0,01 bzw. 0,85 ± 0,1 auf 0,90 ± 0,1. Gleiches gilt für das Uphold™-Verfahren: Hier verbesserten sich die Indizes von 0,87 ± 0,1 auf 0,89 ± 0,1 bzw. von 0,86 ± 0,1 auf 0,93 ± 0,1. Die p-Werte lagen zwischen 0,024 und 0,001, ohne dass die Forscher einen signifikanten Unterschied zwischen den Kohorten feststellten. Die mit dem Prolaps zusammenhängenden Messwerte des 15D-Profilindex, einschließlich Beschwerden (discomfort), sexueller Aktivität und Belastung (distress), verbesserten sich nach RASC signifikant (p=0,039 bis p<0,001), während sich Ausscheidung, Beschwerden und sexuelle Aktivität nach der Uphold™-Behandlung signifikant verbesserten (p=0,009 bis p<0,001). Die Verbesserung der 15D-Scores vom Ausgangswert bis zur 1-Jahres-Nachuntersuchung um +0,026 für RASC und +0,025 für Uphold™ überstieg die minimale klinisch relevante Differenz und deutete auf eine signifikante Verbesserung der HR-QoL der Patientinnen hin. Den Gesamtgewinn an QALY nach einem Jahr schätzen die Wissenschaftler auf 0,90 ± 0,1 in der RASC-Gruppe und 0,88 ± 0,1 in der Uphold-Gruppe (p<0,001), wobei kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Interventionen bestand (p=0,514). (ri/ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Viszerales Fett ist bei Frauen mit einem höheren Risiko für Belastungsinkontinenz verbunden OTH Regensburg bringt Beckenbodenforschung aus der Tabuzone
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