Behandlung traumatischer akuter Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel16. Dezember 2025 Bild: lantapix – stock.adobe.com Eine Kombination aus Acetyl-L-Carnitin und Palmitoylethanolamid trägt zur Schmerzlinderung nach akutem Lendenwirbeltrauma bei. Die Ätiologie peripherer Neuropathien ist multifaktoriell, wobei Traumata eine wichtige Rolle spielen. Ihre Behandlung umfasst Medikamente, die auf die nozizeptive Komponente abzielen, während die neuropathische Komponente mit Wirkstoffen wie Gabapentinoiden oder Antidepressiva therapiert wird, deren langfristige Anwendung aufgrund erheblicher Nebenwirkungen nur begrenzt möglich ist. Einige neuroprotektive Verbindungen wie Acetyl-L-Carnitin (ALC), Palmitoylethanolamid (PEA) und Alpha-Liponsäure (ALA) haben sich vermehrt aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften als Alternativen herausgestellt. Für eine monozentrische, beobachtende, einarmige Längsschnittstudie bewerteten Mediziner aus Italien nun die Wirksamkeit einer neuen festen Kombination aus ALC, PEA und ALA (als Adjuvans zu den beiden vorherigen) sowie Boswellia serrata, Vitamin E und Vitamin B6 bei Patienten mit akutem Lendenwirbeltrauma. Über einen Zeitraum von acht Wochen erhielten 48 Probanden das Präparat zusätzlich zur konventionellen Therapie. Der primäre Endpunkt war die Verbesserung neuropathischer Schmerzen, bewertet anhand der Neuropathic Pain Scale (NPS) und der Visual Analogue Scale (VAS), sekundäre Ergebnisse waren Veränderungen der Lebensqualität (SF-36), eine Verringerung der Anwendung nicht steroidaler Antirheumatika (NSAR) und unerwünschte Ereignisse. Besonders wirksam bei schweren Lendenwirbeltraumata In der Studie zeigt sich eine signifikante Verringerung der NPS- und VAS-Werte sowie Verbesserungen in den Bereichen der körperlichen Gesundheit des SF-36-Fragebogens bei einem gleichzeitigen deutlichen Rückgang des NSAR-Verbrauchs. Teilnehmer mit schwereren Ausgangssymptomen zeigten dabei die größten Effekte und klinischen Nutzen. Bei den emotionalen Parametern konnten dagegen keine signifikanten Veränderungen beobachtet werden. Die Nebenwirkungen waren bei allen Probanden mild und traten nur bei einer sehr begrenzten Anzahl von Patienten auf. Diese neue Kombinationstherapie hat das Potenzial, Schmerzen zu lindern und die Abhängigkeit von herkömmlichen Therapien zu verringern. Weitere randomisierte Studien sind aber erforderlich, um diese Ergebnisse zu validieren. (bi/BIERMANN) Originialarbeit: Cominacini M et al. Unlocking Relief: Investigating the Impact of a Fixed Combination of Acetyl-L-Carnitine and Palmitoylethanolamide on Traumatic Acute Low Back Pain. Eur J Neurol 2025;32(8):e70334, doi: 10.1111/ene.70334
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