BENCHMARK-Studie: Optimierung des klinischen Pfades bei TAVI-Behandlungen10. April 2024 Symbolbild: ©maxsim/stock.adobe.com Forschende aus 28 medizinischen Zentren in sieben europäischen Ländern haben untersucht, wie der Behandlungsablauf für Patientinnen und Patienten, die sich einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) unterziehen, verbessert werden kann. Die Studie BENCHMARK, die jüngst im „European Heart Journal“ publiziert wurde, zeigt Wege auf, den Krankenhausaufenthalt und die Zeit auf der Intensivstation bei gleichbleibend hoher Patientensicherheit deutlich zu verkürzen. Das Forschungsteam unter Leitung von Prof. Derk Frank, Direktor der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hatte zuvor acht sogenannte Best-Practices entwickelt, die einfache Optimierungsmaßnahmen umfassen und bei einer TAVI angewendet werden können. Diese reichen von verbesserter Kommunikation mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen über effizientere Eingriffsabläufe bis zu einer früheren Mobilisation der Betroffenen nach dem Eingriff. Im Rahmen der Studie wurden 897 Patientinnen und Patienten vor und 1491 Personen nach der Einführung des Verfahrens untersucht. Die Liegezeit wurde von 7,7 auf 5,8 Tage reduziert, die Dauer des Aufenthalts auf Intensiv- und Überwachungsstationen sank von 1,8 auf 1,3 Tage. Die Verwendung von nur geringer Sedierung bzw. ausschließlicher Lokalanästhesie konnte erhöht (96,1 Prozent gegenüber 84,3 Prozent) und die Eingriffsdauer verkürzt werden. Während die Patientensicherheit unverändert hoch blieb, stellten die Studienverantwortlichen eine sehr hohe Zufriedenheit bei den Patientinnen und Patienten nach dem Eingriff fest. „Die Ergebnisse sind beeindruckend, insbesondere, weil sie allen Beteiligten zugutekommen“, erklärt Frank, der die internationale Studie gemeinsam mit Sandra Lauck vom Centre for Cardiovascular Innovation in Vancouver, Kanada, leitete. „In ganz Europa stehen wir vor der Herausforderung, eine steigende Anzahl von Patientinnen und Patienten zu behandeln, da die Menschen glücklicherweise älter werden und unsere medizinischen Möglichkeiten sich verbessern. Gleichzeitig haben wir jedoch einen Mangel an Fachkräften, was zu längeren Wartezeiten für die Betroffenen führen kann. Durch unser Benchmark-Verfahren verringern wir die Belastung für die Patientinnen und Patienten, ermöglichen ihnen eine schnellere Genesung und tragen dazu bei, dass sie rechtzeitig die notwendige Versorgung erhalten“, so der Kardiologe und Professor an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität. Besondere Beachtung erfährt die Studie auch deshalb, weil das Benchmark-Verfahren zur Optimierung des klinischen Pfades bei TAVI-Behandlungen prinzipiell auch auf andere kardiologische Interventionen übertragen werden könnte. Die Klinik für Innere Medizin III hat eigenen Angaben zufolge bereits einen angepassten und optimierten Behandlungspfad im Bereich der kathetergestützen Mitral- und Trikuspidalklappentherapie etabliert. Auch hier wird bereits der kathetergestützte Ersatz der Trikuspidalklappe durchgeführt.
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