Bessere Versorgung in der Ernährungsmedizin dank neuer Zertifizierung10. Juni 2024 Symbolfoto: ©stokkete/stock.adobe.com Ein Gütesiegel der neu gegründeten nutriZert GmbH soll hohe Standards in der Ernährungsmedizin sowie mehr Vertrauen und Transparenz in der Patientenversorgung schaffen. In Deutschland sind bis zu 30 Prozent der Krankenhauspatientinnen und -patienten mangelernährt. Zudem nehmen Adipositas und andere ernährungsbedingte Krankheiten weltweit zu. Um die Qualität der Ernährungsmedizin zu verbessern und Menschen in Kliniken optimal zu versorgen, haben die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM) die nutriZert GmbH gegründet, eine zentrale Zertifizierungseinrichtung für ernährungsmedizinische und ernährungstherapeutische Einrichtungen. Das von ihnen entwickelte neue Zertifikat nutriZert macht zukünftig hochqualifizierte Schwerpunktkliniken oder -abteilungen und ernährungsmedizinische Praxen für Patienten besser sichtbar. Unabhängige Zertifizierung für eine bessere Patientenversorgung Die neu gegründete nutriZert GmbH zertifiziert ab sofort Krankenhäuser, Klinikabteilungen und Praxen unabhängig sowie auf wissenschaftlich geprüfter Basis und erhöht laut DGEM so die Qualität und Sichtbarkeit von Ernährungsmedizin und -beratung. Patientinnen und Patienten könnten somit in Zukunft einfacher kompetente Kliniken und Praxen finden. Auf der Website wurde dafür eine Suchfunktion für Patienten eingerichtet, mithilfe der sie wohnortnah zertifizierte Einrichtungen finden können. „Unser Ziel ist es, die ernährungstherapeutische Begleitung von Patienten in Krankenhäusern und Praxen zu verbessern und damit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung zu schaffen“, erklärt Diplom-Oecotrophologin Eva Meihofer, Geschäftsführerin der nutriZert GmbH. Darüber hinaus erleichtere die Zertifizierung den Betroffenen, eine für sie geeignete Einrichtung zu finden. Strenge Kriterien für hohe Qualität Nur Einrichtungen, die qualifizierte Ernährungsmedizinerinnen und -mediziner sowie Ernährungsfachkräfte beschäftigen, erhalten das nutriZert-Logo. „Sie alle haben eine fundierte und anerkannte Ausbildung durchlaufen und nehmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben“, sagt Prof. Peter Stehle, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM). Bisher erfüllen 18 Einrichtungen die Kriterien der nutriZert GmbH. Der Zertifizierungsprozess wird von einem Expertengremium begleitet, welches sicherstellt, dass Beratung und Behandlung immer auf hohem Niveau und auf Basis der neuesten medizinischen Erkenntnisse stattfinden. „Durch einen objektiven, fundierten Evaluierungsprozess soll die Qualität ernährungsmedizinischer Dienstleistungen erhöht werden – alles im Sinne einer bestmöglichen Versorgung unserer Patienten“, sagt Dr. Gert Bischoff, designierter Präsident der DGEM. „Wir haben beantragt, die Zertifizierungen im Klinik-Atlas des Bundesministeriums für Gesundheit zu integrieren. Das würde die Sichtbarkeit und Qualität von ernährungsmedizinischen Dienstleistungen noch einmal deutlich erhöhen“, ergänzt der Leitende Arzt am „Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention – ZEP“ am Krankenhaus Barmherzige Brüder München. Aufbau eines Expertennetzwerks Ein weiteres Ziel der nutriZert GmbH ist der Aufbau eines Netzwerks aus Fachexpertinnen und -experten. „Durch die Vernetzung ernährungsmedizinischer Einrichtungen schaffen wir ein qualitätsorientiertes und fachübergreifendes Netzwerk. Damit stärken wir den Stellenwert der Ernährungsmedizin im Gesundheitswesen, betonen die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen für qualifizierte Ernährungsfachkräfte und haben mit dieser Bündelung von Fachkompetenz mehr Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen“, erörtert Stehle.
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