Biomarker bei Aortenstenose: Acylcarnitine verraten linksventrikuläres Remodeling5. Juni 2018 © momius – fotolia.com Um bei schwerer Aortenstenose den Aortenklappenersatz zu terminieren, plädieren Leitlinien dafür, sich auf die klinischen Symptome einer linksventrikulären (LV) Insuffizienz zu verlassen. Da ein zu später Aortenklappenersatz aber u. a. zu irreversiblen LV-Schäden führt, untersuchte eine neue Studie, inwieweit metabolomische Signaturen im Blut, die bei Herzinsuffizienz prognostischen Wert besitzen, bei Aortenstenose informativ sind. Dabei stellten die Forscher um Dr. Sammy Elmariah vom Massachusetts General Hospital fest, dass bei symptomatischen Patienten mit schwerer Aortenstenose, die sich einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) unterzogen, die zirkulierenden Spiegel langkettiger Acylcarnitine unabhängig mit Messwerten für das maladaptive LV Remodeling assoziiert waren. Zudem ließen die metabolischen Störungen nach Abschluss des Eingriffes nach. An der Studie hatten 44 Patienten (23 Frauen, 54 %) mit symptomatischer schwerer Aortenstenose teilgenommen, die sich einer TAVI unterzogen. Das metabolomische Profil wurde per Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie anhand von Blutproben, die vor und 24 h nach dem Eingriff genommen wurden, erstellt. Zudem analysierten die Autoren, inwieweit die Metabolite mit den Maßen für das LV-Remodeling zusammenhingen. Ausgewertet wurden die LV Ejektionsfraktion (EF), der LV Massenindex und die relative Wanddicke sowie die Spiegel der Acylcarnitine C16, C18:1, C18:2, C18, C26, Cholin und Kynurenin. Das mittlere Alter (Standardabweichung, SA) lag bei 81,9 (8,5) Jahren. Die mittlere (SA) LVEF betrug 56,7 % (18,2 %), der mittlere (SA) LV Massenindex 117,3 (41,4) g/m2 und die relative Wanddicke 0,53 (0,14). Die mittleren b-Werte der Acylcarnitine C16, C18:1, C18:2, C18 und C26 waren unabhängig mit dem LV Massenindex assoziiert, selbst nach Anpassungen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Diabetes-Status, Nierenfunktion und BNP-Wert: C16: Mittel 19,24 (95 %-KI 5,48–33,01; P=0,008); C18:1: Mittel 26,18 (95 %-KI 14,04–38,32; P<1,0 × 10-4); C18:2: Mittel 17,42 (95 %-KI 3,40–31,43; P=0,02); C18: Mittel 25,25 (95 %-KI 10,91–39,58; P=0,001); C26: Mittel 19,93 (95 %-KI 4,41–35,45; P=0,01). Zudem stellten die Mediziner fest, dass zirkulierende Spiegel von C18:2 vor und nach der multivariablen Anpassung mit der LV Ejektionsfraktion verbunden waren (Mittel -6,11; 95 %-KI -10,88 bis 1,34; P=0,01). Hingegen beobachteten sie bei den Spiegeln der Metaboliten im Blut, dass sie nicht unabhängig mit der Wanddicke zusammenhingen. Innerhalb von 24 h nach der TAVI nahmen die zirkulierenden Konzentrationen von C16 um 30,2 % (P=7,3 × 10-6), von C18:1 um 42,7 % (P=3,7 × 10-8), von C18:2 um 37,3 % (P=5,1 × 10-6) und von C18 um 38,3 % (P=3,4 × 10-5) ab. Fazit Bei symptomatischen Patienten mit schwerer Aortenstenose, die einer TAVI unterzogen wurden, waren die zirkulierenden Spiegel von langkettigen Acylcarnitinen unabhängig voneinander mit Messungen des maladaptiven LV-Remodelings assoziiert und die metabolischen Störungen nahmen nach Abschluss des Eingriffs ab. Autoren: Elmariah S et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Association of Acylcarnitines With Left Ventricular Remodeling in Patients With Severe Aortic Stenosis Undergoing Transcatheter Aortic Valve Replacement Quelle: JAMA Cardiol 2018;3(3):242–246. Web: dx.doi.org/10.1001/jamacardio.2017.4873
Mehr erfahren zu: "Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse" Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse Die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS) zählt zu den wichtigsten Langzeitstudien in der Glaukomforschung. Ein neuer Bericht mit OCT-Daten zeigt nun, dass das OCT ein wichtiges Instrument zur Überwachung bei […]
Mehr erfahren zu: "Frühgeborenenretinopathie und Strabismus: Therapie als Risikofaktor?" Frühgeborenenretinopathie und Strabismus: Therapie als Risikofaktor? Frühgeborene mit Frühgeborenenretinopathie (Retinopathia praematurorum, ROP) haben ein erhöhtes Risiko für spätere Augenerkrankungen. Eine Behandlung der ROP kann das Strabismusrisiko erhöhen.
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken" Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken Die Einnahme von Statinen steht im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Zudem könnte die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Erkrankung herabgesetzt werden. Darauf deuten die […]